Kalidasa System - On course for Aberdeen - Flyby at Vishnu

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Kalidasa System - On course for Aberdeen - Flyby at Vishnu

    10 kilograms 粉丝
    7,5 kilograms 絞肉
    5
    kilograms 洋蔥
    2 roots



    Jules tippte mit einem Bambus-Essstäbchen auf den Tisch der Kombüse und kaute nachdenklich auf einer längst abgebrannten Zigarette herum. Seufzend stand sie auf, durchtränkte einen Lappen mit Wasser und wischte die verteilte, abgefallene Asche vom nackten Stahltisch, der dass industrielle Licht des nüchtern eingerichteten Schiffs reflektierte. 'Warum tue ich mir das an', brummte Sie gedankenverloren und kniff die Augen zusammen. Das Surren der Kühltruhe vermischte sich mit dem Brummen des Schiffsantriebs zu einem leisen Continuum, der ständigen musikalischen Untermalung ihres Arbeitsplatzes. Sie sah zur Uhr, wendete sich ihrem Notizblock zu und hatte im selben Moment die Zeit wieder vergessen. Mit geweiteten Augen sah sie erneut an einem der metallischen Küchenschränke zur Uhr hinauf. War es wirklich schon Drei Uhr in der Frühe? Ihr war nicht aufgefallen, wie lange sie still plante. Leise stand sie auf, klappte ihr Buch zusammen, steckte sich den Füllfederhalter in die Hemdtasche und trat an die Kaffeemaschine. Noch zwei Minuten bis es Nachschub gab.

    Ob jemand von den anderen wohl auch noch wach war? Nachdem die letzte Ladung gelöscht worden war, hatte die Crew sich doch recht oft zurückgezogen. Ruhe war eingekehrt und man merkte jedem Einzelnen an, dass der Stress und die Aufregung vergangener Wochen noch von den Schultern und Gedanken der Besatzung abfallen musste - außer Rene und Summer vielleicht. Aber die ließen sich, so wie Jules es beobachtet hatte, selten etwas anmerken. Rene hatte das Flyby um Vishnu schon vor Tagen berechnet und viel zu oft irgendwelche Begriffe verwendet, die den Smutje nur "Abflug" verstehen ließen. Er und sein Pilotengewäsch. Immerhin flog er so gut, wie er futtern konnte.
    Außer der Kaffee war leer....

    Sie griff zur Kanne, noch kurz bevor das bestätigende Piepsen der Maschine ertönte und füllte sich die Tasse auf. Für einen Moment zog sie ihr Bett in Betracht. Andererseits... vielleicht war ja wirklich noch jemand auf den Beinen und konnte einen kleinen Wachmacher gebrauchen. Just in diesem Moment änderte sich das Geräusch der Maschinen. Jules schloss die Augen und lauschte der Stimme der Remedy. Ein schönes Schiff, das für so eine kleine Crew doch recht viel Leben beinhaltete.
    Fast wie durch einen langen Tunnel hörte sie schließlich ein lautes Klonk. Entweder Rene flog sie durch Verse-Schrott - oder einer der Mechanics war noch angetrieben, zu arbeiten. Mit einer zweiten, befüllten Kaffeetasse und einem rötlichen Schleier unter dem linken Nasenloch ging Sie in Richtung des Maschinenraums, die harten Absätze der Lederschuhe hallten dabei durch die Gänge des sonst so gemütlich murmelnden Schiffs.

  • Alana sitzt im Halbdunkel am abgenutzten Arbeitstisch und schaut nachdenklich und grübelnd in eine geöffnete Kiste. Vor ihr erstreckt sich ein Gewusel aus Einzelteilen, unsortiert und wirr zusammen gelegt. "Gnhhh... Dad...", seufzt sie verzweifelt während sie das Chaos vor sich gedanklich zu entwirren versucht. Sie greift nach einem metallischen längliches Gehäuse und ein Schmunzeln fährt ihr über ihr Gesicht. Mit ausreichend Enthusiasmus holt sie den kleinen Apparat aus der Kiste, dieser wird allerdings von mehreren verwirrten Kabeln und etwaigen weiteren Einzelteilen begleitet. Beim Versuch dem Gestrüpp Herrin zu werden lösen sich diverse Kabel leichter als geahnt, was zu einem metallischen Schepperkonzert führt, als sich spontan diverse Teile lösen, über den Tisch rollen und sich auf dem Metallboden verteilen.
    "Shhhht! Verdammtverdammtverdammt!", zischt sie erschrocken und lässt nach ein paar Sekunden seufzend die Schultern hängen, bevor sie sich zähneknirschend vom Hocker rutscht und sich auf den Boden kniet, um den Kram zurück in die Kiste zu befördern.
    'Hoffentlich hat das jetzt niemanden geweckt.', denkt sie sich und lauscht genauer ob Schritte zuhören sind, oder sich jemand im Zweifelsfall lauthals über das Intercom beschwert. Bisher ist alles ruhig. Sie wickelt sorgsam die Kabel zusammen und legt den restlichen Kram zurück in die Kiste und verschließt sie wieder.
    Dann wendet sie sich dem kleinen länglichen silbernen Apparat zu. "Hehe, das der noch lebt" Erfreut lässt sie ihn ein paar mal durch die Hände rollen und begutachtet seine Oberfläche. Diverse Kratzer sind auf dem Gehäuse verteilt, aber das stört sie nicht.
    Sie steckt den handgroßen Zylinder in ihre rechte Overalltasche und verstaut die Kiste wieder in dem Regal, das mit einem Schild auf "Al's Kram" hinweist. An dem Schild, mit einem Stoffband befestigt, baumelt eine winzige schwarze Plüschkatze, die bestimmt schon bessere Tage gesehen hat. Mit einem Finger stupst Alana das Kätzchen an. "Gut aufpassen...", ermahnt sie es und geht zur Tür, wo sie kurz innehält und lächelt "...Mini Paracelsus. Das passt.", sagt sie zu sich selbst und macht das Licht aus.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alana Johnson ()

  • Mit zwei dampfenden Tassen dunklen Kaffees, eine leicht gesüßt mit Mandelmilch, marschierte Jules die kurzen Stufen zum Maschinenraum herunter und ließ sich dabei gut gelaunt das letzte Stück mit dem Hintern an der Reeling entlang rutschen und mit einem hörbar hallenden Klack trafen ihre Füße wieder auf Boden. Sie sah sich im dunklen Gang um, ehe sie sich weiter auf Zehenspitzen durch den nahezu leeren Gang auf den Maschinenraum zubewegte. In völliger Schwärze schlich sie vorwärts, so dass ihre Schritte wie das helle Echo des von der Decke tropfenden Kondenzwassers. Vor ihr hörte sie ein schabendes Geräusch. Jemand war da. Wie einstudiert warf sie sich gegen die Wand und wollte schon nach ihrer Pistole greifen, als sie sich an die beiden Tassen in ihren Händen erinnerte. Für einen kurzen Moment schlug ihr der Puls in die Schläfen, da holte sie die Logik ein, bevor der Instinkt sie für sich einnehmen konnte.
    'Remedy. Du bist auf der Remedy. Keine Allianz. Kein Tunnel. Remedy.'

    Ihre Muskeln entspannten sich wieder und sie nahm beide Tassen in eine Hand, um mit der freien linken Hand ihre Weste und ihr Hemd wieder zurecht zu rücken. Dann versuchten ihre Augen durch die Dunkelheit wieder den Ursprung des Geräusches zu fokussieren. Sie drückte sich um die Ecke, hinter der sie einen Lichtschein wahrgenommen hatte. Noch kurz bevor sie um die Biegung in den Gang vor dem Maschinenraum trat hörte sie ein leises Klicken und das Licht wurde von der Dunkelheit des Schiffs verschluckt. Lediglich die dimme rote Grundbeleuchtung erhellte den Gang. Durch den offenen Spalt des Maschinenraums sah sie die Trassen der Leiter aufblitzen, die zum Antrieb des Schiffs führen sollte. In just diesem Moment knarzte die schwere Tür des Maschinenraums langsam auf und eine kleine Frauengestalt schob sich hindurch.
    Jules kniff die Augen zusammen und spickte vorsichtig weiter in den Gang. Schließlich wurde die Tür geschlossen und die Frauengestalt drehte sich in ihre Richtung. Jules schmunzelte und zog ihren Kopf zurück, lehnte sich an die kalte Wand und lauschte den leisen, fast schmatzenden Schritten, die Alanas Schuhsohlen verrieten. Erst als sie bereits um die Ecke getreten war und wenige Schritte von Jules entfernt, stieß sich die Köchin mit einem Fuß leicht von der Wand ab und hielt dem blauhaarigen Mädchen eine der beiden Kaffeetassen vor.

    "Guten Morgen, Zuckerguß. Kaffee?"
  • Dewin starrte etwas abwesend auf den hellen Bildschirm seines Cortexzugangs. Er klickte sich etwas lustlos durch die einzelnen Tabs der Anzeige und der eingegangenen Nachrichten. Auf Jacob Troyers frühere Anfrage hin hatte der Kapitän der Remedy Alana angehalten, auf Beaumonde auch nach passenden Ersatzteilen für die Fukurokuju zu schauen. Den Kopf in eine Handfläche gestützt, scrollte Dewin durch die Rechnung für die verschiedenen Teile die sich nun im Laderaum sauber verpackt in Frachteinheiten sammelten. Ein großer Teil der vergangenen Einnahmen musste dafür herhalten. Dewin rümpfte etwas die Nase und verzog den Mund, bevor er nach seiner Kaffeetasse griff und einen Schluck nahm. Zumindest dachte er dies... im gleichen Moment blickte er verwundert in die Tasse und sah nur einen angetrockneten Bodensatz. Seufzend schob er die Tasse beiseite, griff sich die angebrochene Zigarette und zündete sie an.
    Für einen kleinen Auftrag hatte die Remedy noch einige Frachtkisten dazugeladen, die auf Verbena abgeladen werden konnten. Es würde zumindest etwas einbringen, aber nicht die Kosten komplett decken für die Reise nach Aberdeen. Dewin lehnte sich auf seinem Stuhl etwas zurück, nahm einen Zug und trommelte leicht mit den Fingern auf der Tischplatte. Die Augen wanderten über die Zahlen der letzten Rechnungen und laufenden Kosten. Sie ruhten schließlich stets auf der Summe der Ausgaben, darunter auch einige Neuanschaffungen für das Schiff. Der Kapitän drückte die Zigarette aus und stand auf. Er schickte noch die Nachrichten über den Cortex an die Lazarus und die Fukurokuju, daß die gewünschten Ersatzteile an Bord waren und machte sich danach mit seiner Kaffeetasse auf den Weg zum Mid-Deck.

    Das gedehnte metallische Geräusch der sich öffnenden Kabinentür kündigte Dewin eine Etage höher zeitig an. Leise hallten seine Sohlen auf der Leiter wieder, als er hinaufstieg und im Durchgang emporkletterte. Oben angekommen sah Dewin den Gang entlang in Richtung des Cockpits. Durch die offene Türe sah er dort das bläuliche Flimmern der laufenden Konsolen im Cockpit, allen Anschein hielt Rene wie gehabt die Stellung. Dewin hatte immer wieder versucht den Arbeitsrhythmus seines Piloten nachzuvollziehen, ohne großen Erfolg. Aber solange die Remedy den Kurs behielt konnte der Kapitän sicher sein, daß Rene ein Auge darauf hielt. Sogar wenn er seine Auszeiten oder Pausen nahm. In aller Ruhe ging Dewin den Gang entlang zur Küche und trat in das kalte Licht des Raumes. Er blinzelte leicht, als er etwas unglücklich in die ungemütlichen Lampen blickte und malte sich gleichzeitig aus, daß auch dies bald Vergangenheit sein würde. Unten im Frachtraum lagen bereits die zum Austausch bestimmten Lampen für die Küche. Dewin hatte zuletzt sogar Jules gefragt, was sie für ihren Arbeitsbereich bevorzugen würde. Er hatte zwar nicht ganz nachvollziehen können, warum die Wahl am Ende auf Lampen fiel, deren Farben man drahtlos über eine Eingabe frei wählen konnte. Kurz stutzte Dewin und hob eine Augenbraue, während er dem Gedanken nachging. So technische Spielereien klangen eher nach Alana als nach Jules, soviel Einschätzung erlaubte sich der Kapitän. Oder die beiden Damen hatten sich einfach kurzerhand abgesprochen. Noch während Dewin etwas gedankenverloren dieser Möglichkeit im Kopf nachging, steuerte er bereits die Kaffeemaschine an. Mit einem zufriedenen Schmunzeln nahm er zur Kenntnis, daß die Maschine eben noch gelaufen war, der Geruch von frischem Kaffee lag in der Luft. Umso ernüchterner war die Feststellung für Dewin, als er weder eine Kanne noch besagten, frischen Kaffee ausmachen konnte. Seufzend stellte er seine leere Tasse ab und lehnte sich rücklings gegen den Tresen neben die Kaffeemaschine. Mit geübten Fingern drehte Dewin sich eine neue, dünne Zigarette und blickte erneut zur Kaffeemaschine... als würde die vage Hoffnung wahr werden, daß sich eine Kanne mit frischem Kaffee an Ort und Stelle materialisiert. Aber nein, es blieb ein naiver Wunsch. Dewin trat zum Intercom und schaltete auf die Leitung zum Cockpit. Es folgte ein kurzes Knarzen, bevor die Verbindung mit minimaler Verzögerung stand.
    "Hoi Rene... alles in Ordnung bei dir?", sprach Dewin beiläufig in die Anlage.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dewin ()

  • Nachdem Alana die Tür zum Maschinenraum hinter sich geschlossen hat, blickt sie in den dunklen Gang. Vor ihren Augen beginnt es zu flimmern und instinktiv schließt sie diese für einen Moment. Eine gewohnte Reaktion, lästig, aber nicht zu vermeiden. Sie öffnet ihre Augen und versucht sich an die Dunkelheit so gut es geht zu gewöhnen. Mittlerweile kennt Al den Weg ziemlich gut und für die wenigen Meter bis zur Rampe ist sie einfach mal zu faul, das Licht extra anzumachen. Die Treppen sind ja später ausgeleuchtet, wenn auch nur notdürftig. In Gedanken geht sie allerdings schon einen imaginären Bauplan für die Umrüstung des gesamten Schiffes auf reine sensorische Lichtsteuerung durch - das würde zwar einiges an Aufwand bedeuten, aber immerhin gibt es hier auf der Remedy ja viele fähige Mechanics, da ließe sich die Arbeit gut aufteilen
    'Als Erstes müsste die Einheit kompatibel mit den restlichen Einbauten im Schiff sein... vielleicht kann man bei einem späteren Besuch auf Beaumond einen Deal aushandeln... Oh und wir könnten das Sicherheitssystem an die Lichtsteu-' Alana wird ruckartig aus ihren Gedanken gerissen, als sie plötzlich vor sich eine schwarze Silhouette aus dem Dunkeln vortreten sieht. Schlagartig verkrampft sich ihr Magen, ihr Herz schlägt wie wild und vor Panik reißt sie in einer Abwehrhaltung ihren Arm nach oben. Dabei merkt sie wie ihre Hand gegen etwas Festes und heißes stößt. Al' nimmt Jules Stimme scheinbar nur mit Verzögerung wahr. Immerhin scheint diese Information auch langsam ihr Nervensystem zu erreichen, weshalb sich ihre Muskeln wieder etwas entspannen - nicht aber Al's Stimmlage.
    "Verdammte Axt! Du kannst dich doch nicht so anschleichen! Du weißt ganz genau, dass ich nichts sehe!", schimpft sie... holt dann aber tief Luft. Dabei bemerkt sie erst das angenehme nussige Aroma des Kaffees um sie herum... und ebenso, dass ihr eine mittlerweile erkaltete Flüssigkeit über die eben noch ausgeholten Arm läuft und zu Boden tropft.
    "Lass mich raten... ich hab den Kaffee getroffen...?", sagt sie zerknirscht und tastet mit der noch sauberen Hand ihre Taschen nach einem Tuch ab.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alana Johnson ()

  • Sie fing schnell die Tasse wieder auf, die ihr gerade aus der Hand geschlagen worden war und stellte sie, wenn auch mit einem missmutigen Blick, auf den Boden ab ehe sie ein Stofftaschentuch aus ihrer Westentasche zog und es Alana reichte. "Ja, das war Kaffee. Betonung liegt auf war... ", seufzte sie und schmunzelte. "Du bist immer so schreckhaft, mein Zuckerschnütchen. Willst du darüber reden?" mit diesen Worten knöpfte sie ihre mit Kaffee durchtränkte Weste auf und warf sie sich über den Unterarm, ehe sie die Tassen wieder vom Boden einsammelte.
    "Ich wollte dich nicht erschrecken. Wenn du noch ein bisschen wach bleiben willst, mache ich dir gerne noch einen Kaffee. Na, was sagst du?" Sie wandte sich von ihrem Gegenüber ab und klopfte sich das Hemd glatt, ehe sie die Treppen zur Kantine wieder hinaufging. Ohne auf Alana zu warten griff sie unter die Spüle und zog eine saubere Kanne heraus, um neuen Kaffee anzusetzen. Nachdem sie das Pulver in den Filter geschüttet hatte und das schwarze Gold mit einem leisen Brodeln und Tropfen wieder zum Vorschein kam, hing sie ihre Weste zum Trocknen über einen der Stühle. Dann raffte sie ihre Ärmel hoch und begann mit dem Abwasch.
    "Ob wohl noch jemand außer uns wach ist... ?", sagte sie mit einem fast mütterlichen Lächeln und sah über ihre Schulter zur Mechanikerin.
  • Dewin horchte auf, als eine Stimme gedämpft leise, aber schimpfend durch die Gänge zu ihm drang. Abschätzend sah er durch die Küche über den großen Tisch und die Stühle hinweg zur gegenüberliegenden Türschwelle, die ein gutes Stück entfernt lag. Der Kapitän stand etwas abseits und wurde aus den Gedanken geholt, als Rene ihm kurz angebunden durchgab, daß alles in Ordnung sei.
    "Shiny... ich schau' mal, daß ich Kaffee ranschaffe. Bis gleich", antwortete Dewin in gedehnter Tonlage.
    Es dauerte nur wenige Augenblicke, da hörte der Kapitän deutliche Schritte und kurz darauf traten Jules und Alana in die Kantine. Doch statt zu den beiden aufzuschließen lehnte sich Dewin an die Wand neben dem Intercom und steckte sich die Zigarette in den Mund. So verharrte er dort in aller Geduld, als er bemerkte daß Jules zielstrebig die Kaffeemaschine ansteuerte und das Gespräch mit Alana nicht abbrach. Kaum hatte Jules mit einer Frage in Alanas Richtung abgeschlossen, zündete Dewin die Zigarette an und sein Gesicht erhellte sich für einen Moment deutlich am Ende der Katine.
    Gemütlich schlenderte er zu den beiden Damen hinüber und nahm einen flüchtigen Zug.
    "Zumindest zwei. Rene hält die Stellung im Cockpit... alles ruhig soweit."
    Dewin erreichte Jules und Alana mit einem leichten Schmunzeln.
    "Und genau richtig."
    Er deutete zur laufenden Kaffeemaschine und zog sich seine abgestellte Tasse heran.
  • " " ...Wenn du noch ein bisschen wach bleiben willst, mache ich dir gerne noch einen Kaffee. Na, was sagst du?" ".. Gerade holte Alana Luft zum Antworten - 'Da sie jetzt sowieso wach ist, würde eine Kaffe nicht schaden' - doch dies blieb nur ein Gedanke. Ehe das erste Wort gesprochen war, drehte sich Jules wie selbstverständlich um und ging zur zielstrebig zur Küche. In letzter Zeit war Alana häufiger aufgefallen, dass Jules ihr übereifrig die Antworten abnahm. Sie zuckte mit den Schultern und folgte Jules. In der Küche angekommen, sparte sich Al die Frage, ob sie zur Hand gehen kann - mittlerweile hatte sie einen guten Eindruck über Jules' Bandbreite für "Nein - das ist meine Küche!", eine süßlicher, schmeichelhafter und anstrengender als die Andere... Also ließ sie nur etwas Wasser über einen Lappen aus ihrer Tasche laufen und tupfte sich den Kaffee vom Arm und Overall, bevor sie sich an denTisch in der Mitte des Raumes setzte. Der Captain bewies sein übernatürliches Gespür für Kaffee erneut, als er just nach Jules' Frage in die Küche getreten kam.

    Alana grinste den Captain breit an. "Mh... war ja klar, auf diesem Schiff schläft wohl nie Jemand, was?"
    Im Hintergrund hörte sie das Klappern des Geschirrs und der Duft des frischen Kaffees verbreitet sich sanft im Raum. Gerade in den Momenten von Ruhe fühlt sich dieses Schiff immer mehr und mehr nach einem Zuhause an. Sie öffnete ihren olivfarbenen Overall bis zur Taille und ein hellblaues Shirt kam zum Vorschein. Sie schlüpfte aus den Ärmeln und ließ den oberen Teil vom Overall nachlässig über die Hüften fallen. Der feste Stoff hing müde vom Stuhl, während Al sich gemütlich streckte und gähnte.
    "Wenn jetzt eh alle wach sind können wir auch noch eine Runde zocken, was meint ihr?", dabei nickte sie in die Richtung der Küchentheke, wo ein paar Spielkarten sauber gestapelt herum lagen.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dewin ()

  • Dewin sah etwas abwesend zur Kaffeemaschine, die mit dem ersehnten, freundlichen Pressgeräusch die aufgebrühte Flüssigkeit in die Kanne laufen ließ. Und während es so vor sich hinblubberte, blickte der Kapitän mit einem breiten Lächeln zu Alana.
    "Aye, die Uhrzeiten sind hier draußen eh gefühlt gleich", sagte er und zog an der Zigarette. "Aber zocken klingt nach einem Plan... Tall Cards? Oder lieber Black Widow?"
    Schließlich stellte sich Dewin etwas bequemer hin und sah fragend zwischen den beiden Damen hin und her.
    "Bin zwar etwas eingerostet, aber für eine gemütliche Runde wird es reichen. Oder hat jemand vor um etwas zu spielen?", fragte er mit einem Grinsen.
    Ohne eine Antwort abzuwarten, ging Dewin zu einem der Küchenschränke hinüber und holte eine neue Tasse heraus. Er schloß den Schrank und wedelte leicht mit der Tasse, als er die klassisch, weiße Keramik aus dem Militärstandard betrachtete.
    "Hmmm... und neue Tasse könnten wir gebrauchen... wenigstens etwas mit Farbe. Meinetwegen auch mit Katzen... und Pin-Ups", murmelte Dewin halblaut, ohne die Tasse aus dem Blick zu lassen.
    Der Kapitän stellte die besagte Tasse neben die Kaffeemaschine und übte sich wieder in Geduld.
    "Aye... also eine Runde zocken?"
    Er verschränkte die Arme und sah mit einem breiten Lächeln zu Alana wie auch Jules. Dann hob er anmerkend den Zeigefinger und blickte direkt zu der Mechanikerin.
    "Haben wir alles bekommen können, was wir für Jacob Troyer brauchen? Da waren doch diese Steuerplatinen für die Einzugmechanik der Flügel, die Überlastsicherungen der Steuerelektronik und dieses komische... Seitenpanel... für die Triebwerke? Zumindest war viel Kleinkram auf den Rechnungen... alleine mit den ganzen Kabeln, die neu eingekauft wurden. Und hattest du nicht von diesem... diesem Synccheck TX 2700er Modul zur Überprüfung der Konfigurationen der Steuereinheiten gesprochen? - Wobei ich nicht weiß, ob du es für die Fukurokuju nutzen wolltest oder hier installieren willst. Auf jeden Fall war es ziemlich teuer, selbst die gebrauchten."
    Dewin zog etwas in Gedanken an der Zigarette und schmunzelt leicht. Er sprach zwar gewohnt ruhig, aber im Plauderton.
    "Wenn einige der eingekauften Sachen gebraucht sind, habe ich damit keinen Vertrag. Solange die Qualität stimmt... und ich guten Gewissens es an Charles und Jacob weitergeben kann. Im besten Falle bleibt mehr Budget... fern dessen muß an der Remedy auch nachgerüstet werden."
    Es folgte wieder eine Pause.
    "Wir wollen uns doch noch in unserem Zuhause gut einrichten", fügte er breit lächelnd an und sah wieder zur Kaffeemaschine, die fast durchgelaufen war.
  • "Nagh, hör doch mal auf an Arbeit zu denken, Cap...", seufzte Alana scherzend und holte Luft "Für Mistah Troyer habe ich alles bekommen. Es war nicht gerade einfach an die Steuerplatine zu kommen. Das ganze System von der Sandfly ist so aufeinander aufgebaut, dass man im Grunde genommen nur die Orginalsätze einbauen dürfte, nur dann können wir die Platinen im Jahresrhythmus wechseln. Die Werksdinger kommen einfach nicht auf die Überspannung der... Dingsiebingsigeräte auf der Krankenstation klar.
    Ich hab jetzt eine Platine von Selca genommen. Die ist etwas teurer, aber die kann ich ganz einfach an die Steuerung einer Sandfly anpassen, ohne da ewig dran zu basteln. Das kostet die Fukkoko...ro...kokokko dann am Ende dann doch wieder weniger.
    Außerdem bist du mir unheimlich dass du dir das mit der Synccheck gemerkt hast... ich vertue mich selbst ständig mit den Zahlen am Ende", lachte sie. "Die wäre für uns, sofern sie unser Budget nicht sprengt. Aber die wäre wirklich großartig und ihr Geld wert. Das Ding ist aktuell vom Sicherheitsstandard kaum übertroffen... Außer man möchte noch unnötig Nullen ans Ende vom Preis setzten... da hätte ich noch eine Liste. Du hast selbst gesagt, dass die Sicherheit der Remedy oberste Priorität hat", sagte sie und zitierte den letzten Satz mit tiefer Stimme und mahnendem Zeigefinger. Sie sah, wie sich im Gesicht des Captains eine Augenbraue höher schob, also ließ sie den Zeigefinger samt Hand schnell wieder unter den Tisch gleiten.

    Ihre Stimme wurde etwas kleinlauter als sie fortsetzte: "Wir können damit auch warten bis der die nächsten Aufträge was abwerfen, es ist nicht dringend. Vielleicht haben wir ja auch Glück und kommen günstiger ran, wenn wir etwas warten. Oh, ich wüsste übrigens wo wir ganz niedliche Katzentassen herkriegen!" Beim letzten Satz hellte sich ihre Miene wieder auf.
    "Außerdem bin ich für Tall Cards, Black Widow macht nur mit Alkohol Spaß und davon darf ich noch nicht so viel, sagt der Doc, sonst fliege ich angeblich höher als Rene."
    Mit den Worten stand sie auf, nachdem sie bemerkte wie Jules mit zwei frisch gespülten Tassen zur Kaffeemaschine ging.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alana Johnson ()

  • Jules zuckte zusammen als die Stimme des Captains hinter sich hörte und riss den Kopf herum. 'Ich werde zu unvorsichtig. Aber es ist die Remedy... ', ging es ihr durch den Kopf.
    "Guten Morgen, Capitano. Ist ja noch richtig was los auf der Lady." Jules drehte sich um und lehnte mit ihrer Hüfte gegen den Tresen, verschränkte die Arme schmunzelnd und sah zum alten Kaffeebecher von Dew, in dem traurige trockene Kaffeeränder um Nachschub flehten.
    "Braunes Gold kommt gleich. Alana. Milch und Kandis? Dew wie immer nehme ich an. Und ja, ich würde dieser Küche nur zu gerne ein bisschen mehr... Stil und Wohnlichkeit verleihen. Sollte nicht allzu teuer sein. Wenn man weiß, wo man kauft. " Sie stellte die voll gelaufene Kanne auf den Tisch und servierte der Mechanikerin eine kleine Zuckerdose und ein Milchkännchen dazu, ehe sie den Stuhl vom Tisch zog und sich darauf sacken ließ und den Kaffee an die beiden Nachtschwärmer verteilte, ehe sie sich selbst die Tasse ebenso füllte.
    "Tall Card? Also ich bin mit von der Partie. Wer gibt?"
    Nachdem Alana sich durchgesetzt hatte und der Einsatz daraus bestand, wer den anderen auf Aberdeen Zuckerwatte kaufen müsse, war die Runde in vollem Gange. Dew wurde von seiner Kaffeetasse festgehalten, Alana ließ es sich nicht nehmen die Bilder auf dem Kartensatz freudig grinsend zu bewundern und Jules träumte still von hübschen Damen. Nach vier Runden stetigen Auf- und Abs drehte Jules stumm den Kopf in Dews Richtung und kniff die Augen zusammen. Grinsend sah sie wieder in ihr Blatt und trommelte mit den Fingern über die Tischplatte. "Ich hab da so ein gutes Gefühl... " Sie begann ihre Hand zu spielen und sah dabei auch gelegentlich zu ihren Gegnern. Alanas Pokergesicht war kaum vorhanden, doch Dew verzog kaum die Miene.
    "Kätzchentassen. Ich bin dafür, dass jeder sich zwei Tassen aussucht. Dann kann eine beruhigt gespült werden und niemand muss sich um seine Lieblingstasse streiten. Beim Geschirr würde ich es einfacher halten. Ehrlich gesagt gibt es da ganz schönes Essgeschirr aus Metal. Ich bin, was das angeht, recht praktisch veranlagt. Außerdem wäre es unnötig, wenn der Pilot bei einigen Manövern auf das Porzellan achten müsste, nicht?" sie grinste kurz und schloss die Augen, ihre Augenbrauen flatterten leicht und ihre Stirn warf nachdenkliche Runzeln. "Ich denke, die Runde geht an mich. Decken wir auf?" sagte sie fragend und sah zwischen Alana und Dew hin- und her. "Und Al, kannst du den Wasserhahn mal ansehen? Der tropft anscheinend wieder.", sagte sie und wandte sich auf ihrem Stuhl herum, um dem tropfenden Geräusch zu folgen. Doch der Wasserhahn tropfte nicht. "Jules. Deine Nase." murmelte Al und sah etwas besorgt zur Köchin herüber. "Was?" Jules drehte sich wieder um und das Tropfen setzte wieder ein. Sie sah auf die Tischplatte vor sich, die langsam mit Blut vollgetropft war. "Oh scheiße."

    Sie warf ihr siegendes Handblatt über die Blutpfütze hinweg auf den Tisch und murrte ein "Ich gewinne sowieso" ehe sie aufstand, zur Spüle ging um einen Lappen zu greifen. Als sie sich wieder zum Tisch wandte, verschwomm ihr die Sicht. Wie durch ein weiches Kissen hindurch hörte sie noch Dew's "... alles okay?" hindurch, ehe sie vornüber längs auf den Boden der Küche knallte und regungslos mit offenen Augen liegen blieb.
  • Weniger als eine Sekunde herrschte noch unangenehmer Stille. Dann folgte das laute, scheppernde Geräusch von einem zu Boden kippenden, schlichten Kantinenstuhl. Dewin war im nächsten Moment so zügig auf den Beinen, daß er kurzerhand seine Kaffeetasse auf dem Tisch zum Tanzen brachte, nachdem er sich dort abgestossen hatte.
    "Ta ma de!", fluchte er noch mehr in sich hinein und eilte an dem Tisch vorbei.
    "Al'! Gib Rene durch, daß wir ihn hier brauchen! SOFORT!", rief Dewin und sein Tonfall ließ keinen Raum für Widerspruch.
    "Und danach hilf mir bei ihr!"
    Mit diesen Worten ging Dewin neben Jules schnell auf die Knie. Kurz betrachtete er sie von oben bis unten, um sie dann vorsichtig zuerst auf die Seite zu drehen. Eine Hand ruhte an ihrem Kopf, während er mit der anderen ihren Oberkörper zu sich zog. Einen Moment betrachtete er ihr Gesicht und bemerkte dann die Auge, die immer noch ins Leere starrten. In diesem Fall war es durch Dewin durch, als hätte etwas in einer anderen, fremden Ferne Jules Blick völlig eingefangen. Sie hatte eine kleine Wunde am Kopf, scheinbar war sie mit dem Kopf zum einem leichten Teil... gelandet. Dewin hoffte innerlich, daß es auch nur bei dem bißchen Blut an der Stirn bleiben wurde. Im nächsten Moment hatte er sich einen Stuhl für die Beine herangezogen und wollte Jules schon auf den Rücken drehen, da bemerkte er, daß aus der Nase immer noch das Blut tropfte. Nein, sie müsste so liegenbleiben... selbst wenn nachher eine große Lache entstehen würde. Aber so konnte er sich wenigstens sicher sein, daß es auch abläuft und sich nicht in der Nase staut. Für ihn machte es Sinn... dann begann er leicht an der oben liegenden Schulter zu rütteln.
    "Jules? - Jules? - Juuuules?", seine Stimme war komplett heruntergefahren.
    Dewin beugte sich vor, um demonstrativ in ihre... augenscheinliches... Blickfeld zu rücken.
    "Hey... Jules. - Heeey Juuuuules?"
    Er konnte keine Reaktion vernehmen, aber ließ nicht von ihr ab. Er bewegte weiter ihre Schulter und versuchte auf sich aufmerksam zu machen.
    "Du würdest mir wirklich aufrichtig helfen, wenn du keine Löcher in die Luft starren würdest, meine Werte", plauderte Dewin mit Jules und überlegte kurz.
    Dann tastete er mit Zeige- und Mittelfinger an ihrem Hals... und hielt inne. Er fühlte einen Puls, immerhin etwas... aber dies schloß nur das Schlimmste von allem aus.
    "Jules? - Jules? -Juuuuules? - Jules?", wiederholte der Kapitän mit ruhiger, aber deutlicher Stimme.
    "Ta ma de! Nur ein gorram Wort... Jules!"
  • Es war Nacht auf der Remedy.
    Summer lag in ihrer Koje und schlief, eingelullt vom sanften Flüsterchor aus Antriebs- und Lebenserhaltungssystemen.
    Auch wenn es nicht "ihr" Schiff war (Alana war die Leitende Ingenieurin, nicht Summer), hätte sie es instinktiv gewusst, wenn etwas nicht gestimmt hätte.
    Ruhig schlug ihr Puls, als sie im Traum im warmen Sommenschein promenierte und die Farbenpracht einer blühenden Wiese genoß, als plötzlich...
    Schüsse! Schreie! Eine verzweifelte Stimme, die um ihr Leben bettelte und mitten im Wort von einem weiteren Schuss zum Schweigen gebracht wurde.
    Mit einem Satz war Summer auf den Beinen, in der Hand ihren 5-schüssigen Revolver, der eben noch unterm Kissen gelegen hatte und blickte sich hektisch suchend um.

    Nur mühsam gelang es ihr, das Zittern aus ihren Gliedern zu vertreiben und kalter Schweiß rann ihr Rückgrat entlang, als sie nach mehreren Sekunden erst realisierte wo sie sich befand und dass das Massaker einzig in ihren Träumen stattgefunden hatte.

    Das Massaker an Besatzung und Passagieren des Kolonieschiffes Mayflower, dass der Kommandant des Allianzkreuzers 统御(„Tǒng yù“, "Dominance") vor fast 3 Jahren befohlen hatte, nachdem bei einer Inspektion des Schiffes an Bord ein gesuchter Flüchtling entdeckt worden war.
    Summer war damals die Leitende Ingenieurin der Tǒng yù, hatte in einem nahen Wartungsschacht an einem defekten Schaltkreis gearbeitet und das ganze durch ein Ventilationsgitter fassungslos mit ansehen müssen, während sie kaum zu atmen wagte, weil ihr ziemlich klar gewesen war, dass sie als unliebsame Zeugin ebenfalls keine hohe Lebenserwartung gehabt hätte, wäre sie entdeckt worden.
    In dieser Nacht hatte sie erkennen müssen, dass die Allianz eben kein Utopia war und dass sie ganz eindeutig auf der falschen Seite stand.
    Einige Wochen später hatte sie ihr Offizierspatent zurück gegeben und ihren Abschied genommen, aber die Träume waren geblieben.

    "Form wahren, Summer... Form wahren... Der Verstand ist wie eine Rapierklinge, erst Form und Haltung enthüllen ihre wahre Schärfe... Form wahren..." murmelte sie durch zusammengebissene Zähne.

    Mit stählerner Willenskraft drängte sie die schrecklichen Bilder in das Dunkel der Erinnerung zurück, warf ihren Revolver auf die Koje und setzte sich an den Tisch ihrer Kajüte. Sie entnahm einer kleinen Schatulle Tabak, Blättchen und einen Beutel mit den getrockneten Blüten der 手节(Shǒu jié)-Pflanze und drehte sich eine schlanke Zigarette, ehe sie sich eher wahllos eine graue 3/4-Leggins und ein anthrazitfarbenes Bustier überstreifte und barfuß in den Frachtraum schlich, bis sie ihre Frachtkiste mit der Aufschrift "机器零件 MASCHINENTEILE" erreichte.

    Sie öffnete die Schlösser der Kiste, entnahm ihr ein Waffenreinigungsset und das erstbeste Schießeisen, das sie in die Finger bekam (einen halbautomatischen Maschinenkarabiner), setzte sich mit der brennende Zigarette im Mundwinkel auf ihre Kiste und begann mit geschlossenen Augen und ritualisiert anmutenden Bewegungen die Waffe zu auseinander zu nehmen und zu reinigen.

    Einige Minuten verstrichen, in denen nur das leise Klappern der halb zerlegten Waffe auf ihrem Schoß und ein gelegentliches Paffen zu hören waren, als das 手节 in ihrer Zigarette endlich zu wirken begann und ihre Anspannung langsam nach ließ.
    Gewissenhaft beendete sie die Reinigung und setzte das Gewehr wieder zusammen, als ein unerwartetes Geräusch aus Richtung der Messe ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
    Eigentlich hatte sie es gar nicht gehört, aber sie spürte instinktiv, dass irgendetwas ganz entschieden falsches gerade geschehen war.
    Auf der Tǒng yù hatte die Besatzung anerkennend gewitzelt, dass nicht einmal in einer Nasszelle ein Leuchtband ausfallen konnte, ohne dass sie es praktisch im selben Moment mitbekam und auch jetzt spürte sie, dass irgendetwas nicht stimmte.

    Mit einem in der Stille des Frachtraums laut hallenden "KLACK! RATSCH-RATSCH!" rammte sie das Magazin zurück in den Schaft ihres Gewehrs und riss den Ladehebel zurück, während sie bereits aufsprang und - immer noch barfuß und daher praktisch unhörbar - zur Messe joggte.

    Da unterwegs weitere ungewöhnliche Geräusche ausblieben und daher scheinbar keine akute Gefahr für das Schiff bestand, hatte sie sich gänzlich im Griff und war so ruhig wie wenn sie nur einen Mondscheinspaziergang gemacht hätte, als sie die Messe betrat und - so würdevoll, wie man in kaum mehr als Unterwäsche, barfuß und mit einem Maschinenkarabiner unterm Arm nur sein kann - lakonisch fragte: "Probleme?"

    Ein winziger Funken Sorge stahl sich in ihren Blick, als sie die am Boden liegende Jules und das Blut bemerkte.

    Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Summer Davenport ()

  • "Jules!", schrie Alana, als sie die blonde Köchin zu Boden gehen sah. Mit aufgerissenen Augen starrte sie abwechselnd auf Jules regungslosen Körper, dann auf die Blutlache auf dem Tisch. Jede Farbe schien ihr aus dem Gesicht zu gleiten als sie nur kurz nach dem Captain ebenfalls aufsprang und zu Jules rannte. Dew war schneller und sein Kommando bremste Alana ruckartig im Lauf.
    "Gorram!" Ihr fluchen verschluckte sich fast hörbar in ihrer Sorge. Sie nickte dem Captain zu und rannte zum Intercom. "Rene, hörst du mich? Bitte antworten. Medizinischer Notfall in der Kantine, komm sofort hierher." Sie blieb am Intercom stehen und lauschte auf Rene, während sie Dewins Bemühungen beobachtete die junge Köchin wieder aufzuwecken. Soviel Blut... Alanas Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie versuchte tief durchzuatmen und Ruhe zu bewahren. Es würde nichts nützen, wenn sie wild aufgescheucht durch die Küche rennen würde.

    Da hörte sie plötzlich Summers Stimme aus der Tür. "Summer, wie gerufen... Jules ist plötzlich mit Nasenbluten zusammengebrochen.", sagte sie im besorgten Ton.
    "Dew, wir müssen sie auf die Krankenstation bringen... Die Lazarus anfunken... Sie lebt doch noch, richtig? Immerhin redest du mit ihr...Ich--", Sie spricht laut, aber beim letzten Satz wird ihre Stimme leiser und unsicherer.
    Noch keine Antwort von Rene. Alana schaute auf das stille Modul in der Wand und beschloss sich zu entfernen um eines der Küchentücher vom Tresen zu nehmen und kaltes Wasser darüber laufen zu lassen.

    Sie atmete tief durch, sortierte ihr gedankliche Wirrwarr und kniete sich neben Jules und Dewin. "Ich weiß nicht ob es hilft, aber ich glaube bei Nasenbluten muss man sich hinsetzen und was kaltes in den Nacken legen. Ob das jetzt mehr hilft oder schadet weiß ich aber auch nicht...", sagt sie, als sie in Jules starre Augen blickt. Das Blut tropfte weiter aus ihrer Nase. Bei dem Anblick kroch Al der Schauer am Rücken hoch und Runter. Zusammen mit Dew richteten sie Jules' Oberkörper vorsichtig auf und lehnten sie erstmal vorsichtig an die Küchenschränke. Dann platzierte ihr Alana sachte das nasse Tuch in den Nacken und klopfte mit ihrer Hand gegen Jules Wange.
    "Hey... Aufwachen. Wach auf, verdammt.", nicht das das vorhin schon geholfen hätte. Keine Reaktion. Angespannt lauschte Al ob Rene antwortete, oder ob sie seine Schritte im Gang hören könnte, während sie unbewusst der jungen Köchin sanft die Hand streichelte.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alana Johnson ()

  • Ihr Blick war völlig weiß. Aus einem ihr unbekannten Grundspürte sie ihren Körper nicht mehr. So oft sie ihren Muskeln befahl, sich zu bewegen, den Stuhl gerade zu rücken, sich aufzusetzen, ja wenigstens abzuwinken, so oft versagte ihre Willenskraft gegen die Schwere, die ihr den Atem aus dem Brustkorb presste. Selbst Blinzeln schien ein unmögliches Unterfangen. Immerhin musste sie nicht spüren, wie ihre Augen langsam trocken wurden. Ein hässliches, dunkelblaues Flimmern legte sich über ihren Blick. Wie durch einen scheinbar endlosen Flur hörte sie Alanas Schrei und darauf folgend, etwas näher, Dewins Stimme.


    "Jules!"


    "Jules?- Jules? - Juuuules?"

    Der tiefe Bass seiner Stimme gab ihr zumindestens das beruhigende Gefühl nicht alleine zusein. Auch wenn sie sich bereits jetzt fragte, ob sie wieder in einer Einzelzelle saß. Das Wummern im Hintergrund war eine beruhigende Alternative zu den scharfen Geräuschen eines Shuttleantriebs. Für einen kurzen Sekundenbruchteil wurde ihre Sicht wieder etwas klarer und sie konnte Dew vor sich sehen, doch nach einem kurzen Atemzug fühlte sie ihre Augen wieder in Dunst und milchigen Nebel eintauchen. 'Gorram.', dachte sie, denn für mehr Gedanken war kein Platz in ihrem Kopf mehr vorhanden. Jede Bewegung, jeder Gedanke, jedes Wort das sie hörte, schien durch einen winzigen Lüftungsschaft ein- und austreten zu wollen; es war als wäre ihr Kopf auf einen Bruchteil der eigentlichen Größe komprimiert worden.

    "Ta ma de! Nur ein gorram Wort... Jules!"

    Jules versuchte das letzte bisschen Konzentration aufzubringen, um auf ein Wort zu kommen, dass angebracht wäre. Dies hatte zwei Dinge zur Folge:
    Erstens, vernichtende Kopfschmerzen, die immerhin bedeuteten, dass sie noch dazu imstande war, etwas physisches wahrzunehmen.
    Zweitens, und dies war noch deutlich unangenehmer, lösten bewegte, wenn auch verschwommene Bilder, die zähe Weiße in ihren Gedanken ab.

    Sie war in einer Shuttlekabine. Um sie herum brodelten die Maschinen und der Antrieb zu ungewohnten Leistungen hoch, was das hochwertige Allianzshuttle nicht unbedingt lauter, nur schriller werden ließ. Schritte auf dem Flur ließen das nervöse Mädchen immer wieder aufhorchen. Sie betrachtete mit stoischer Miene die hochglänzenden Wände ihres Passagierzimmers, die doch recht spärlich waren, jedoch gut ausgeleuchtet. Gelb, sie hasste diese Farbe. Es ließ fast jeden Ort schmutzig wirken – diese Kabine jedoch blieb so steril wie es ein Reiseabteil sein konnte. Nur ein Spiegel wäre besser dazu in der Lage gewesen, ihr Gesicht widerzuspiegeln. Sie atmete tief durch und winkte der Guiletta, die sie von vier Wänden aus ebenso tapfer anstarrte zu. Dann griff sie in die Tasche ihrer Jacke und zog einige Bilder heraus, die sie mit einer gewissen Sehnsucht betrachtete und wie Sammelkarten ordentlich hintereinander legte, ehe sie wieder unter dünnem Leder verschwanden. Sie hörte schwere Stiefel auf dem Flur. Ein kurzer Schauer lief ihr über den Rücken, noch ehe sich die Tür zum Raum geöffnet hatte.



    "Probleme?"
    , hörte sie eine kurz angebundene Stimme mit militärischer Disziplin sagen.


    "Jetzt mach uns bitte keine Probleme, Guiletta.", sagte der ordentlich rasierte und drahtig gebaute Mann im weißen Kittel, der zu seiner linken und rechten Seite von bewaffneten Allianzsoldaten geschirmt war und in seine Manteltasche griff. "W-Was... was haben Sie vor?", stammelte das junge Mädchen mit dem langen, goldblonden Zopf und verkrallte ihre Finger in das schlichte, weiße Laken unter sich.
    "Das ist nur zu deinem besten Wohle.", betonte er und zog zwei faustgroße Ringe aus einem matten Metal hervor. Er log und sie wusste es.

    Jules Augen begannen zu Tränen, ihre Lider wollten sich jedoch noch immer nicht rühren. Der starre, grün-graue Blick begann zu flattern, als würde sie in einen Traum im Tiefschlaf abgedriftet sein. Schließlich legte Alana ihr das nasse, kalte Tuch in den Nacken und tätschelte ihre Wange. Jules spürte ihre Muskeln sich zusammenziehen, langsam, aber mit Kraft, als würde eine Dampflock, die für Jahrzehnte in einer Halle Rost gesammelt hatte wieder den Weg auf eine Schiene finden und ihre Streben in Bewegung setzen. Ihre Finger spreizten sich und verkrampften. Sie zwang ihren Mund dazu, ein Wort zu formen, das ihre Stimmbänder nicht wirklich mit ihr zusammen erarbeiteten. Nur geröchelt brachte sie "沈銓” über ihre Lippen und ihre Augenlider weiteten sich. Doch ihre Sicht blieb gleich.



    Sie spürte die Kälte der Wände im Nacken, als sie mit Schwung über das Bett gezogen wurde und mit dem Kopf anschlug. Der Arzt, der keiner war, lächelte weniger milde als zufrieden und nickte einem der beiden Waffenträger zu, als sie anfing, nach den Männern zu treten. Mit einiger Wucht traf der Kolben eines Gewehres ihre Nase, die nach einem unangenehmen Knirschen blutig zu tropfen begann. Mit verschwommenem Blick sah sie zu dem Mann mit den Handschellen hinauf, der in ihrem Delirium nur noch eine weiße Kittelwolke und das glänzende Metal in seinen Händen war und ihr unbeholfen die Wange tätschelte. "Ich hoffe du bist ab jetzt ein wenig ruhiger."


    Alana sah zum Intercom und merkte nicht, wie sie Jules Hand streichelte.


    Mit einer kalten, starren und trockenen Liebkosung klickten die Handschallen über ihrem Kopf zusammen.


    Jules riss die Augen auf. Im selben Augenblick hatte sie Dew von ihren Schultern abgeschlagen und mit einem Schwung ihres Beins den Captain von den Füßen geholt. Die Hand, welche Alana gerade noch besorgt betreut hatte, griff mit der Härte einer engen Fessel um das Handgelenk der Mechanikerin und mit einem kräftigen Ruck riss Jules ihren Schwarm auf den Rücken, hatte sich in einer fließenden Bewegung über sie geworfen, ergriff einen der stählernen Kantinenstühle an dem Rand der Sitzfläche und riss ihn mit unbekannter Kraft instinktiv in die Höhe. Die Beine des Stuhls waren gerade auf Alanas Gesicht ausgerichtet und erste Tropfen Blut tropften von Jules Nase auf ihr Gesicht. Mit einem lauten, hörbaren Knurren riss das letzte bisschen Beherrschung, das Jules aufbringen konnte, ihr Bewusstsein wieder in ihren Kopf, dessen Sicht mit zweimaligem Blinzeln wieder klarer wurde. "Blau... ... b-blau.", stammelte sie und ließ den Stuhl mit ausgestrecktem Arm zwischen sich selbst und Dew fallen. Sie sah zu Alanas Handgelenk und ließ es ruckartig los. "Shit. Gorram. Shit. Alana... Alana, ich... "
    Fassungslos sah sie auf ihre Hände und drückte schnell ihren Ärmel unter ihre Nase.
    "Alana.", sagte sie mit einer weichen, ungewohnt zerbrechlichen und gebrochenen Stimme. "Es tut mir so leid."

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Giacomo Jules ()

  • In Rene's Kopf tobte ein Kampf zwischen der Faulheit und der leeren Kaffeetasse, wobei es nicht wirklich ein Kampf ist, es ist mehr so das die Faulheit ein großes Hindernis im Weg der Tasse in die Küche ist.
    Plötzlich kam Al's schrille Stimme aus dem Intercom, glücklicherweise ist das Intercom sehr leise gestellt, sonst wäre seine Ohren auch ein medizinischer Notfall.
    Somit war die Entscheidung gefallen, die leere Kaffeetasse gewinnt.
    Ohne eine Antwort machte sich Rene zügig mit der Kaffeetasse in der Hand auf dem Weg Richtung Kantine. Medizinischer Notfall konnte alles sein, ob sich Al in einen Finger geschnitten hat, oder hat irgendwer eine Kugel gefangen, aber einen Schuß hätte man mitbekommen.

    In der Kantine angekommen sieht Rene die Szenerie an, doch nicht Al und dabei hätte er drauf gewettet das Al ein wehwehchen hat.
    Als Rene sich neben Jules knien will, wird der Kapitän von den Füßen geholt.
    Warum nur alter treuer Freund, warum gibt es in dieser Welt mit ihrer bunten Farbenpracht, in der man ständig tanzt und lacht, denn gar nichts mehr was für dich zählt.
  • Summer stand einige Augenblicke lang im Zugang zur Messe und kam langsam näher. Sie konnte Pflaster aufkleben und kannte sich mit Strahlungs(de)kontaminierungsprotokollen aus, aber in diesem Fall hätte sie bestenfalls im Weg stehen können.

    Stumm beobachtete sie die Situation und legte im Näherkommen den überflüssigen Karabiner auf eine Anrichte.

    "'沈銓'?" murmelte sie fragend, "Der ist seit 800 Jahren Humus. Was hat er mit dem Kopfabdruck auf der Tischplatte zu tun?"
    Sie war als Kind der Créme de la Créme de la Créme der Oberschicht von Londinium aufgewachsen, daher war ihr der alte chinesische Meister durchaus ein Begriff. Als sie darüber nachgrübelte, explodierte Jules plötzlich in hektischer Bewegung, verhalf dem Captain zu einer Gratislektion in den Grundlagen ballistischer Artillerie und schickte sich an, Alana zu einem Teil der Inneneinrichtung zu verarbeiten.

    Summer, die schon seit sie das Quartier verlassen hatte wegen des kalten Bodens auf den Fußballen gelaufen war, ließ sich einfach nach vorne kippen, bis sie sich auf 30° buglastiger Neigung plötzlich mit Knien und Fußgelenken gleichzeitig nach vorne abstieß, die Arme vorgereckt.
    Wie eine londinische Messerkatze sprang sie auf Jules zu, um den Stuhl und vielleicht sogar Jules selbst von Alana weg zu bekommen, ohne eine von beiden zu verletzen.

    "Blau... ... b-blau.... Alana."

    Mit einem gezischten "神圣的睾丸!" ("Shun-SHENG duh gao-WAHN!") versuchte sie im Sprung ihr Gewicht zu verlagern, um Jules, die offenbar wieder zu sich kam, nicht noch einen Headcrash zu verpassen.
    Es gelang ihr auch gerade so, zwischen Jules und Dewin hindurch zu kommen, doch stattdessen rammte sie den Stuhl und kullerte um den Stuhl gewickelt ein paar Schritte weit durch den Raum, sodass sie Jules' anschließende Worte nicht mehr hörte.

    Langsam hedderte sie ihre Gliedmaßen aus den Stuhlbeinen und erhob sich.
    Obwohl eins ihrer Knie blutig aufgeschrammt war und an ihrem linken Ellbogen eine deutliche Verfärbung auf ein sich bildendes Hämatom hinwies, verzog sie dabei keine Miene und zupfte stattdessen ihr Top zurecht, als seien es die Fangschnüre einer Galauniform.

    "Bonusmeilen gibt es dafür vermutlich keine." murmelte sie selbstironisch, während sie die Situation neu einzuschätzen versuchte.
    Nur wirklich aufmerksamen Beobachtenden konnte auffallen, dass ihre Kiefer dabei mahlten und ihre Zähne zusammenpressten, als sie darum kämpfte nicht vor Schmerz zu aufzuschreien.
    .oO("FormwahrenFormwahrenFormwahrenFormwahrenFormwahren...!") dröhnte es durch ihre Gedanken.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Summer Davenport ()

  • Der Kapitän landete mit der Eleganz eines umgekippten Briefkastens. Seitlich geneigt und mit stetiger Konstante dem Boden entgegen, bis dieser Dewins Flug ein abruptes Ende bereitete und ihn daran erinnerte, daß die Gravitation astrein auf der Remedy funktionierte. Lautmalerisch wurde alles unterstrichen durch ein kurzes Stöhnen, als mit dem Aufprall die Luft aus seinen Lungen entwich.

    Einen Arm konnte er wenigstens geistesgegenwärtig ausstrecken, um sich etwas zu bremsen. Dennoch wurde es eine schmerzhafte, wenn auch kurze Begegnung mit dem Boden der Kantine, als er mit dem Arm voran auf seiner Schulter landete, gefolgt vom Rest seines Körpers. Dewin brauchte einige Momente, um seine Gedanken zu sortieren, sah er sich doch eben noch auf beiden Füßen stehend, mit Blick auf Jules. Er blinzelte... nur Augenblicke waren vergangen, als er den Kopf hob und Jules auf Alana sah. Wieder blinzelte er und tastete an seine Seite, aber dort war weder ein Holster, geschweige denn der gewünschte Inhalt davon. Dewin nahm sich keine Zeit, sich über diesen Umstand zu ägern. Stattdessen richtete er sich etwas auf, um zuerst auf die Knie zu kommen, während er sich mit einem Arm vorneweg abstützte. Es fuhr ein kurzer Schmerz quer durch seine Schulter, wodurch er fast zusammenzuckte, jedoch hielt es Dewin nicht ab, sich aufzurappeln. Der Kapitän war mit einem Mal umso angespannter, kaum daß sich seine Wahrnehmung sortiert hatte und sein Blick im Zuge dessen abrupt Jules fixierte. Seine Gesichtszüge verhärteten sich und er zog die Luft ein, Jules fest im Blick... als Summer im plötzlich durch eben jenes Blickfeld sprang und außerhalb seines Fokus im Hintergrund zu Boden ging. Es folgten für ihn unverständliche Bemerkungen, deren Ursprung sie war. Flüchtig war Dewin irritiert... bis er wieder freie Sicht auf Jules hatte und sich am ganzen Körper anspannte.

    Dewin war sich bewusst, daß er nicht unbedingt eine gefährliche Masse aufbringen konnte... oder für eine umwerfende Stärke bekannt war. Es hinderte ihn aber nicht daran, sich selber gegen jemanden katapultieren zu wollen, mit Schulter und dem eigenen Gewicht voran. Dann ließ Jules den Stuhl scheppern fallen, zwischen ihm und ihr.

    Er atmete kurz durch. Stille für einen Moment.

    Der Kapitän richtete sich auf. Kurzerhand packte er den Stuhl, der ihm den Weg versperrte, und schleuderte ihn überraschend energisch zur Seite, daß dieser auf der anderen Raumseite lautstark landete.

    Dewin erreichte im nächsten Augenblick Jules, noch während der Stuhl just entlang des Bodens seine Bahn zog.

    "Runter... von... ihr."

    Auch wenn seine Stimme ruhig klang, in ihr bebte nicht nur der Unterton, daß es keinen Widerspruch gab... sondern auf nur ein falsches Wort, könnte noch mehr passieren.

    "So..fort. Jules", fügte er mit sinistrem Tonfall hinzu und dehnte dabei auffallend deutlich ihren Namen.
  • Alana bemerkte wie Rene mit gelangweilter Miene die Kantine betrat. Nur eine winzige Regung in seiner sonst eisernen Miene verriet, dass er sich der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst wurde.

    Gerade als er sich zu Jules knien wollte und Alana Luft holte um ihm den Umstand zu erklären, lenkte ein dumpfes Geräusch ihre Aufmerksamkeit in Dews Richtung. Sie sah nur kurz, wie der Captain der Remedy zu Boden befördert wurde, denn noch ehe sie aufstehen konnte um zu Dew zu gelangen, packte sie Jules' starker Griff am Handgelenk. Als nächstes spürte sie nur noch einen reißenden Schmerz ehe sie rücklings auf den Boden geworfen wurde. Ihr Kopf schlug unsanft auf dem harten Fliesenboden auf und für eine Sekunde war alles schwarz. Doch nur kurz, denn kaum das Jules sich auf Alana geworfen hatte, zog ein stechender Schmerz durch ihren Oberkörper. Tränen stiegen in ihre Augen, die sie schlagartig öffnete. Für einen Moment ging alles ganz langsam, sie roch Blut und sah die junge blonde Frau mit lodernden Augen und schmerzverzerrtem Gesicht bedrohlich über sie gebeugt... Alana versuchte sich zu rühren, doch Jules fixierte sie mit aller Gewalt in ihrer Position. Sie bemerkte das Glitzern der metallenen Stuhlbeine und Al wusste was kommt. Sie konnte nichts tun, Jules war zu stark. Alana kämpfte, doch es reichte nicht.

    Jules schlägt zu und Licht aus. Nicht Jules, sondern ein Monster... Das ist nicht Jules...
    "Jules... Nicht...", ächzte Alana zwischen Tränen und Atemlosigkeit. Sie nahm nichts anderes mehr wahr, nur noch sich und die junge Köchin, die plötzlich inne hielt. Alanas ganzer Körper bemühte sich zu entkommen, sie schloss die Augen und ein kurzer, abgebrochener Schrei entglitt ihr, als Jules' Griff sich schlagartig lockerte.
    "Blau... ... b-blau...Es tut mir so leid..." Sie hörte Jules Stimme, sie hörte den Lärm um sich herum und zu guter letzt die donnernde Stimme von Dewin. Als sich Jules' Griff lockerte meldeten sich alle Abwehrreaktion in Alanas Unterbewusstsein, die vorhin keine Chancen hatten. Mit der befreiten Hand packte sie Jules' Oberkörper und sie versuchte mit aller Kraft die noch ungläubig dreinblickende und stammelnde Köchin, von sich abzuwerfen. Da wenig Gegenwehr bestand, gelang es Alana sich zu befreien und sie wich in Dews Richtung - in Sicherheit. Ihr entsetzter Blick fixierte Jules, die keine Anstalten machte, sich zu bewegen. Plötzlich war alles ganz still und der Geruch von Blut verteilte sich im Raum.
    Cat'it! :3
  • Bereits beim ersten Wort des Captains hatte Jules sich vorsichtig, aber mit leicht erhobenen Händen rücklings von Alana fallen lassen, wobei sie ausreichend Hilfe von der Person unter sich bekam und sah gequält zu dem armen, leidenden Ding, dass sich mit echter Furcht von ihr weg stürzte. "Sorry, Cap', ich... d-das wollte ich nicht. Es war a-alles blank und dann... und ich dachte... aber... ", rang Jules um Fassung, Tränen in den bereits geröteten Augen stehend und fasste sich mit einer ihrer Hände an den Hinterkopf, als suche sie nach einer Beule. Als sie nichts fand, sah sie mit leicht geöffnetem Mund und glasigen Augen auf ihre leicht zitternde Hand und rieb sich die Schläfen. "Capitano, ich weiß nicht was... was da passiert ist... wir haben gespielt und dann... " Ihre Unterlippe bebte leicht und sie schliff sich einige Zentimeter zurück unter die Spüle. Sie lehnte ihren Kopf mit übermäßiger Vorsicht zurück an die Arbeitsplatte und zog eines ihrer Knie näher an ihren Brustkorb. Fragil tastete sie nach ihrer Hüfte, fand jedoch ihren Gürtel nicht. Dann wandte sie sich mit einem sowohl leidenden, als auch ernsten Gesicht wieder zu Dewin und verlor nur einige kurze Blicke an den Rest der Crew ehe sie ihn ansah und ihre Stimme röchelnd, aber dennoch eindeutig flehend wurde.

    "Dew. Cap. In meiner Weste. Linkes Fach. Sind H-...Handschellen." Sie schluckte und verkrallte sich mit der linken Hand an ihren Haaren, während sie das Weinen sichtbar unterdrückte, als ihre Venen sich stauten und ihre Augen glasig wie gut gedünstete Zwiebeln wurden.
    "Ich... Ich w-weiß nicht, was d-das war. Aber ich denke... D-Das ist besser. Bis ihr... ", sie wandte den Blick wieder vor sich, leicht gesenkt und starrte den Stuhl an, den sie ebend noch zur Wache umfunktionieren wollte.

    'Es war die Remedy... ' sagte eine gehässige Stimme in ihrem Kopf und Jules biss sich auf die Unterlippe, um nicht noch einen weiteren Ausbruch zu provozieren.