Kalidasa System - On course for Aberdeen - Flyby at Vishnu

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  • Dewin ließ die Arme etwas sinken, während er Jules zuhörte und senkte den Kopf, ohne sie aus dem Blick zu lassen. Er wippte kurz auf der Stelle, um sich einen bequemeren Stand zu verschaffen und atmete kurz durch. Nachdenklich setzte er bereits zum Reden an und hielte inne, Jules immer noch nicht aus den Augen lassend. Der Kapitän hatte die Hand schon auf die Konsole zum Öffnen der Zugangstüre der Luftschleuse gelegt, ließ aber dann abschließend doch davon ab und nickte leicht. Die Gegensprechanlage war weiterhin aktiviert, als er ansetzte und sprach.
    "Shiny, Jules. Gut. Tu' dir selber den Gefallen und nüchter erst einmal aus, deinetwegen auch hier...", fügte er in Richtung des Chief Steward hinzu.
    "Ich schaue später noch einmal vorbei, aye? Wir sehen uns zur nächsten Mahlzeit."
    Dewin schmunzelt leicht und nickte ihr zu.
    "Wenn es zu langweilig wird, gib Bescheid..."
    Der Kapitän verabschiedete sich mit einem nachlässigen Salut, drehte sich um und ging gemütlichen Schrittes wieder in den Frachtraum hinein. Er blieb dort in der Mitte stehen und sah wieder durch das Innere der Remedy. So zügig wie er anfangs die Treppen hinabgekommen war, so gemächlich ging er die Stufen nun hinauf und hielt in Richtung der Kantine.
  • Surrsurrsurr...


    Die Nacht kam und ging vorbei. Ein leises Surren kitzelte Jules langsam, aber nicht weniger unlieb aus dem Schlaf. Neben ihr rollte die angebrochene Flasche Brandy auf dem Boden herum und stieß sie sachte in die Seite. Ihr Kopf hatte den Weg vom Kissen gefunden und ihre verklebten, brennenden Augen sahen zu der roten Dämmerbeleuchtung des Schotts hinauf.

    Es dauerte gute fünf Minuten bis Bewegung in ihren Körper kam. Ihr Kopf ließ die vergangenen Stunden auf eine furchtbar detailierte Art und Weise revue passieren. Sie griff nach der Flasche und schüttelte sie leicht, um abzuschätzen, wie viel von dem wertvollen Vorrats an Alkohol ihr, trotz der nächtlichen Eskalation, verblieben war. Mit einer gleichmäßigen Mischung aus Verwunderung und Selbstlob nahm sie zur Kenntnis, dass Vergangenheits-Jules die Flasche wieder verkorkt hatte. Sie griff nach dem zerknautschten und mit Öl verschmierten Kissen und sah zur Konsole der Luftschleuse.

    Der Captain würde doch Recht behalten. Kaum versuchte Jules auf die Füße zu kommen, nahm die Schwerkraft ihres Schädels massiv zu. Wie ein schwarzes Loch waren ihre Gedanken für einen Moment wie verschluckt, ehe die Schwärze und das Flimmern vor ihren Augen wieder nachließ und sie die ersten Schritte auf die Tür zuging. Was für ein Kater.
    Der Blick durch das Bullauge der Tür half nur wenig. Dunkelheit und energiesparende Beleuchtung prägten den Frachtraum, der abgesehen von der Spiegelung von Jules' Gesicht wahrlich menschenleer war.

    "So. Jules. Wo ist der Schlüssel. Du hast dir doch was dabei gedacht." fragte sie sich laut und kratzte sich zermürbt am Scheitel, ehe sie die Konsole auf ein neues studierte. Sie hatte die Tür in ihrer gestrigen Verfassung geöffnet bekommen, dann sollte es doch nun kein Wunderwerk sein, dieses Schott zu...
    Nein. Nein, sie hatte sich diesen Ort gerade daher ausgesucht. Weil er still war. Und menschenleer. Und sie dort nicht in einem weiteren Wahn jemanden verletzen konnte - denn das Panel, um die Zugangscodes einzugeben, war für sie ungefähr so nützlich wie ein stumpfes Küchenmesser. Sie kannte schlichtweg die Codes nicht. Warum auch, sie hatte Dewin nie danach gefragt und es bisher auch nicht für nötig erachtet. Da stand sie nun. Halbnackt, zermatert und verkatert und ohne den Schlüssel zur eigenen Wohnung. Ihre innere Uhr versprach ihr, dass sie eigentlich bereits vor einigen Minuten mit dem Frühstück hätte anfangen sollen. Unruhig tapste sie mit einem Kissen unter dem Arm durch die Luftschleuse. Der erste, der den frischen Kaffee vermisste, würde sie schon rausholen. Wenn, ja wenn, der- oder diejenige überhaupt wusste, das Jules in der Schleuse saß.
    Seufzend drückte sie ihren Rücken gegen eine der Wände und ließ sich sachte wieder zu Boden sinken. Das würde ein langer Tag werden.

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  • Dewin schlug die Augen auf und blickte in die feist lächelnde, grafische Visage mit Punktaugen von etwas, das aussah wie eine Katze auf Pillen mit dicken Backen. Die Vermutung lag nah, daß dieses Tier darin noch mehr Phsychopharmaka auf Vorrat trug, so seelig wie der Kapitän angesehen wurde. Langsam hob Dewin den Kopf und schob das Katzenkissen beiseite. Alana hatte es vor vielen Wochen beim Landgang auf einem Markt erstanden und mit dem selbstbewussten Stolz einer Jägerin hier in der Sitzecke der Kantine platziert. Langsam wälzte sich Dewin zur Seite, durch eine Vielzahl von Kissen, die mit der Zeit auf der Remedy herangetragen wurden und auch ihren Platz in der Kantine gefunden hatten. Er setzte sich auf und blinzelte. Laut seinem Kopf hatte er geschlafen, aber Dewins fühlte sich nicht so. Wie Watte fühlte sich sein müder Verstand an und langsam strich er sich einige Haare aus dem Gesicht. Träge hob Dewin den Kopf, rieb sich die Augen, sortierte seine Gedanken... und sein Blick fiel auf die Kaffeemaschine. Er rappelte sich auf und schlich von der Sitzecke in die Kantine hinein. Niemand war in dem Moment vor Ort und es schien sich auch nichts verändert zu haben, nachdem er während seiner Wartezeit hier eingeschlafen war. Dewin ging alles noch einmal im Kopf durch, als er im gefühlten Nebel die Kaffeemaschine vorbereitete. Wobei er zwischenzeitlich zur Spüle ohne Kanne ging und sich wunderte, wie er nun das Wasser in das Küchengerät schaffen sollte. Die niederschmetternde Logik erinnerte ihn daran, es doch einfach mit der Kanne zu versuchen, die er hatte stehenlassen. Verstimmt über seinen halbwachen Zustand trottete Dewin zurück, griff nach der Kanne... nahm dabei fast den vorbereiteten Filter von der Küchenzeile mit... und ging murrend zurück zur Spüle. Langsam drehte er das Wasser auf, lauschte dem Wasserhahn... und drehte das Wasser ab, als die Kanne bereits überlief und das Meiste inzwischen wieder im Abfluss landete. Das Übermaß an Wasser glich Dewin mit einer guten Zuladung an Kaffee aus. Mit einem zufriedenenstellenden Klicken betätigte der Kapitän den Schalter an der Maschine. In aller Ruhe räumte er alle hervorgeholten Sachen wieder zurück an ihren Platz, den Jules in ihrer Tätigkeit allen Dingen zugewiesen hatte.
    Ein langsames Blubbern erfüllte den Raum, als das Wasser aufgekocht wurde und Dewin sich die Haare in kontemplativer Tätigkeit mehrmals sortierte. Er gähnte ausgiebig und strich sich mit beiden Händen durch das Gesicht, bevor er den Hals und die Arme etwas streckte. Danach drehte er sich in aller Ruhe eine dünne Zigarette und sah mit Geduld zur laufenden Kaffeemaschine. Die verrichtete anhaltend ihren Dienst, aber wollte noch nichts von dem hergeben, womit sie später die Kanne füllen würde. Dewin blinzelte und neigte die Kopf abwechselnd in beide Richtung, als würde er einen Gedanken einfangen wollen. Kurzerhand machte er auf dem Absatz kehrt und ging schnurstracks zum Gang Richtung Cockpit. Dort stieg er die Treppe hinab Richtung Frachtraum, wobei er die letzten Stufen sogar recht beschwingt nahm. Langsam wurde sein Kopf angenehm frei und der Schleier senkte sich von seiner Wahrnehmung. Er nahm die Geräuschkulisse des Schiffes wieder zunehmend war, je näher der dem rückwärtigen Teil des Schiffes kam. So erreichte der Kapitän den großen Frachtraum mit aktuell spärlich eingestellter Beleuchtung und steuerte zielstrebig die Luftschleuse an. Die Zigarette hatte er sich bereits in die rechte Seite des Mundes gesteckt, während er in einer Tasche nach dem Feuerzeug suchte.
  • Jules hatte ihr Hemd zumindest zugeknöpft. Über die vergangenen Stunden war ihrem Körper aufgefallen, dass es ohne Hose in der Schleuse doch deutlich kälter war, als in ihrem gemütlichen Bett. Sie sehnte sich nach sauberer, warmer Kleidung. Oder einem heißen Kaffee. Ihre Augen sahen sehnsüchtig zu den Laufwegen des Frachtraums hinauf und sie drückte ihre Nase am Bullauge der Luftschleuse platt. Gerade als sie sich wieder von der Scheibe wegdrehte, nahm sie aus ihrem Augenwinkel eine Bewegung wahr und hielt inne. Die schlanken Sprünge über die Treppenabsätze ließen die Köchin regelrecht schmunzeln, wobei sie sich vorsichtig die wattenen Tamponaden aus der Nase zog und mit einem noch leicht hörbaren hellen Pfeifen einen Atemzug durch ihre Nase tat.
    Wäre sie in der Küche aufgewacht, sie hätte in diesem Augenblick die vergangenen Stunden zu einem grausamen Traum erklärt.
    Jules klammerte ihr Kissen unter ihren rechten Arm, hielt den guten Fusel in ihrer rechten Hand und drückte mit der freien, wenn auch schmerzenden Hand den Knopf der Gegensprechanlage, noch bevor Dewin die Luke erreicht hatte.
    "Guten Morgen, Capitano. Und danke - für's mich nicht hier unten vergessen." Sie hielt inne und zog eine Augenbraue hoch.
    "Und wenn ich mich recht entsinne, ist das Feuerzeug um diese Uhrzeit noch in der Brusttasche. Links. Bis nach dem ersten Kaffee.", sagte sie schlicht und musterte den Captain, der nur noch wenige Schritte von der Schleuse entfernt war und dessen Hände nun zielstrebiger nach seinem Feuerzeug suchten. Es war nur zu typisch, das dessen Hosenträger um diese Uhrzeit noch um seine Hüften schlackerten. Wie immer vor dem ersten Kaffee.
    "Und bevor ich hier rauskomme, und es dir ins Gesicht sagen muss: Ja, du hattest Recht. Mein Kopf fühlt sich an, so wie eine faulige Melone riecht."
    "Wie geht es Al? Ist sie überhaupt schon auf? Oder hab' ich noch eine Chance das Frühstück in Ruhe auf den Tisch zu bringen und mich dann wieder irgendwo zu schämen, wo ich ihr nicht begegne?"
    Auch wenn die letzten Sätze einen überzogen sarkastischen Tonfall hatten, sah Jules doch sehr ernst ihr Gegenüber an und strich sich mit der flachen Hand die zerschlafenen Haare an den Hinterkopf zurück.
    "Zum Frühstück gibt es Palacsinta. Außer du möchtest Hash Browns mit Ei und Zwiebeln."
    Kaum war er vor dem Bullauge der Tür angekommen, schluckte sie und starrte auf den Boden. Sie konnte sich wahrhaftig nicht zwingen, aufzusehen und seinen Blick zu halten. Ironischerweise war Dew in kürzester Zeit etwas gelungen, an dem Miss Mahou lange verzweifelt war. Sie wusste, dass sie Scheiße gebaut hatte - und schämte sich das erste Mal seit langer Zeit für sich selbst.
  • Alana öffnete langsam die noch schweren Augen. Sie war nicht wirklich ausgeschlafen. Es war vielmehr ein schmerzhafter Zug durch ihre Schultermuskulatur, der ihr den Schlaf austrieb. Sie rieb sich die verklebten Augen uns wollte sich Strecken, was sie bei der Hälfte allerdings abbrach. Mit schmerzverzerrtem Gesicht zog sie hörbar Luft zwischen ihren Zähnen ein und beugte sich vor. Offenbar ist sie auf dem Sitz eingeschlafen, was sie dann doch bei aller Bequemlichkeit sichtlich ärgerte. Ihren Oberkörper auf den Knien stützend, strich sie mit ihren beiden Händen über ihren Hinterkopf. Ihre Fingerspitzen strichen zwischen ihren blauen Strähnen hindurch und erreichten die Stelle, die Bekanntschaft mit dem harten Kantinenboden gemacht hatte. Ein Druckschmerz zog ihr durch den Kopf und durch den Nacken... "Na super, ne Beule...", nuschelte Al zu sich selbst und tastete die Stelle vorsichtig ab. Ihre Haut unter den Augen spannte von der Mischung aus salzigen angetrockneten Tränen und Maskararesten des Vorabends. Sie holte tief Luft und richtete sich auf. Ihr Blick wanderte durch das Fenster ins schwarze Black.
    Die fernen Sterne und Planeten glitzerten sanft und ferne Nebel tauchten das tiefe leere Schwarz in einen violetten, blauen Schimmer. Die Schönheit vom Verse faszinierte Al und so sah sie noch eine Weile ins Nichts.
    Das ist es wert... Dachte sie bei sich.
    Sie nahm ihre Brille ab und putze sie in ihrem T-Shirt Saum ab, da bemerkte sie erst die einzelnen kleine Tropfen von angetrocknetem Blut. Traurig machte sie sich einen Eindruck über dessen Menge.
    Das Bedürfnis nach Kaffee meldete sich in ihr, ebenso wie das Bedürfnis nach einer neuen Tablette.
    Cat'it! :3

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  • Dewin aktivierte mit der rechte Hand den Türmechanismus und sah auf die jeweilige Eingabe, während er Jules mit einem schiefen Schmunzeln über die Sprechanlage lauschte. Mit einem deutlichen, metallischen Geräusch entriegelte das Schloss. Kurz darauf packte Dewin den Türgriff, drehte ihn und zog die Türe mit einem Ruck zu sich. Es war beruhigend, daß die Türe trotz ihres Gewichts sich angenehm öffnen ließ. Dewin hielt die Türe angelehnt fest und sah mit erhobener Augenbraue hinein, als die Luftschleuse den Blick auf Jules freimachte. Für einen Moment hätte man seiner Miene entnehmen können, daß zum gefühlt neuen Tag erst einmal für den Chief Steward eine herrlich erfrischende Standpauke zum Schichtbeginn anstand. Ein kurzes Räuspern ging Dewin über die Lippen, die Mimik fror für einen Augenblick ein.
    "Auf meinem Schiff wird niemand vergessen", entgegnete er ernst, während sich die Zigarette in seinem Mund mitbewegte.
    Kurz musterte er Jules von oben bis unten und nickte schwach. Es folgte plötzlich ein geradezu aufmunterndes Lächeln und er atmete einmal durch.
    "Und wir nehmen heute Palacsinta, insbesondere Alana, denke ich. Für Rene wie gehabt Bacon auf Bacon... garniert mit Bacon. Für Alana die süße Variante..."
    Dewin trat etwas zur Seite, um Jules Platz zu machen.
    "Ich glaube Alana dürfte immer noch im Cockpit sein. Zumindest hatte ich nichts mehr gehört, während ich in der Kantine gewartet habe. Bin irgendwann mal eingeschlafen, frage mich aber nicht wie lange. Ist sehr ruhig gerade", sagte er und holte aus der Hemdtasche das Feuerzeug hervor, um die Zigarette im Mund anzuzünden.
    Anschließend zog er die Hosenträger über die Schultern und richtete seine Kleidung etwas.
    "Und wenn es schon Frühstück am Tisch gibt, dann auch mit dem Chief Steward", kommentierte Dewin ihre Aussage.
    Ohne sie anzusehen sprach er mit aller Ruhe, da er noch am Hemd herumzog.
    "Aber erst einmal eine Dusche, aye?", fragte er mit jenem breiten Lächeln, das nur ehrlich sein konnte.
    Er nahm einen Zug von der Zigarette und sah mit leicht gesenktem Kopf zu Jules, ohne das Lächeln abzulegen. Gemütlich atmete er den Rauch aus und deutete kurz Richtung hinteren Bereich des Schiffes.
    "Nach Ihnen, Chief Steward. Ich erwarte sie in der Kantine", murmelte Dewin amüsiert.
    Der Kapitän wollte sich schon aufmachen, da hielt er inne und sah noch einmal zu Jules.
    "Und falls du etwas gegen den Schädel brauchst, für sowas sind wir hervorragend ausgestattet auf diesem Schiff."
    Damit steckte er sich die Zigarette wieder in den Mund.
    "Apropos... und der Kaffee läuft bereits durch."
    Ab dem Satz übte er sich in Geduld, ob Jules wieder über die Türschwelle ins Innere des Schiffes treten würde. Demonstrativ stellte er sich nicht in den Weg, sondern wartete eher sogar darauf hinter ihr die Türe wieder zu verschließen.
  • Jules brauchte einen Moment um sich dazu durchzuringen, den einen Schritt über die Schwelle zurück in den eigentlichen Bauch des Schiffes zu tun. Sie legte ihre deutlich blau und grün angeschwollene Hand an das Metall der Luftschleuse wie einen Abschiedsgruß. Dann wandte sie sich wieder, mit ihrer üblichen suaven Haltung in Richtung von Dewin und setzte ein verblüffend ehrliches Grinsen auf.
    "Dusche... ? Aber ich habe erst vor ein paar Stunden... ", sie sah an sich herunter. "Mhm. Nicht der beste Auftritt. Schon recht. Danke für den Hinweis. Wird schnell gehen. Frühstück ist fertig in etwa fünfzehn Minuten. As always, Capitano."
    Sie zog eine Augenbraue hoch, als Dewin sich an den Falten seines Hemdes verkünstelte und konnte sich ein kehliges, verrauchtes Lachen nicht verkneifen.
    "Dew. Wenn du mich weiter siezt, muss ich mir wirklich überlegen ob ich nicht in die Schleuse zurückgehe. Ich hasse es wenn meine Freunde mich siezten. Ungefähr so sehr wie ich Ärzte hasse. Oh, und wenn wir bei dem Thema sind: Bleib mir weg mit den Pillen. Ich mag ja das eine oder andere Problem haben, aber ich weigere mich, mir irgendwelches Schlangengift reinzuziehen, um die gerechte Strafe für mein Besäufnis zu umgehen. Oder um's wie Brohms Mutter zu sagen: Wo Trinken eine Ehre ist, können Schmerzen keine Schande sein." Jules hielt kurz inne. "Irgendwie hab ich das Gefühl, das Thema hatten wir schonmal.... achja. Medikamente im Kaffee. Ich hoffe auf den Gedanken ist heute niemand gekommen. Sonst muss ich diese Häresie in der Küche erst wieder beseitigen. Bwah."

    Sie verschränkte die Arme, mehr aus einem Frösteln heraus, als um eine besonders elegante Pose einzunehmen und nickte Dewin schließlich besser gelaunt zu. "Also dann. Bis gleich in der Kantine, nehme ich an. Und Dewin... " sie kräuselte die Lippen und musterte den Captain, der sie nun zum wiederholten Male überraschte eine gefühlte Ewigkeit, als würde sie versuchen seine Gedanken zu lesen.
    "Danke."

    Zögernd wandte sie sich von ihm ab und schlurfte in Richtung der Krankenstation, um in ihrem Gastquartier eine schnelle heiße Dusche zu finden, die ihr hoffentlich die letzten Reste der Nacht aus den Knochen spülen würde.
  • "Nicht dafür."
    Dewin sah Jules nach, als er an der Treppe stehenblieb. Er nahm einen Zug von der Zigarette und rieb sich leicht die Nasenspitze.
    "... und willkommen Zuhause", fügte er noch an, bevor sie im Bereich zur Krankenstation verschwand.
    Mit dem Satz stieg er die Treppe gemächlich hinauf, deutlich waren seine Schritte auf den vergitterten Stufen nach oben zu vernehmen. Er gähnte gedehnt, bevor er den Gang zwischen Kantine und Cockpit erreichte und sich zu beiden Seiten umsah. Er musste sich entscheiden... dem Geruch nach zu urteilen war der Kaffee durchgelaufen, auf der anderen Seite saß aber Alana vielleicht immer noch auf dem Pilotensitz. Ein innerer Ruck führte in schließlich Richtung Cockpit, um dort nach dem Rechten zu sehen.
    Dort angekommen sah Dewin sich kurz um, fand aber niemanden vor. Die Systeme liefen weiterhin auf Autopilot und draußen hatte sich nichts verändert. Für den Moment war er überrascht, hatte er doch zumindest mit Alana im Sitz gerechnet, doch bis auf das weite Black begrüßte in nichts in der Nase der Remedy. Die Zigarette qualmte entspannt vor sich hin, während er einen prüfenden Blick auf die Konsolen warf. Da wurde nichts in Reichweite angezeigt, was auf Kollisionskurs mit dem Schiff hätte gehen können, Rene hatte neben dem Autopiloten gut vorgesorgt. Immer wieder überraschte Dewin die Selbstverständlichkeit mit der Rene gefühlt jedes Schiff bewegen konnte... anscheinend selbst wenn er nicht am Steuer saß. Über den Gedanken musste der Kapitän dann doch kurz lächeln. Aber es war eben jener Umstand der ihn nie hatte zweifeln lassen, ob die Remedy sicher geflogen wurde. Dewin blickte eine Weile auf den leeren Pilotensitz und drehte ihn wieder akkurat in die Ausgangsposition nach vorne gerichtet. Mit einem anerkennenden Klopfen auf die Rückenlehne machte er sich dann wieder auf Richtung Kantine und ging die Treppe vom Cockpit hinunter in den Gang. Gemütlich schlenderte er entlang und musste sich erneut strecken, um einen Versuch zu starten die letzten Züge der Müdigkeit zu vertreiben. Er gestand sich ein, daß er nicht unbedingt erholsam geschlafen hatte... es fühlte sich mehr provisorisch an. Dafür war die Sitzecke aber ziemlich bequem gewesen, man konnte regelrecht in Kissen versinken, wenn man wollte. Alana hatte in den vergangenen Monaten einiges an Dekoration zusammengetragen. Nicht selten musste der Kapitän darauf hinweisen, daß die Farbwahl auch über Pastelltöne im Farbraum Altrosa bis Türkisblau hinausgehen durften. Und es musste nicht unbedingt alles mit Spitze oder Bommeln verziert sein. Von den Motiven ganz zu schweigen.
    So erreichte Dewin schließlich die Kantine und steuerte schnurstracks die Kaffeemaschine an, die inzwischen durchgelaufen war und ihn mit einer vollen Kanne begrüßte. Zufrieden zog er den kräftigen Kaffeegeruch ein, der nun in der Kantine stand.
  • Eine erneute kalte Dusche brachte langsam aber sicher wieder Leben in den Körper der Köchin. Trotz der fortgeschrittenen Morgenstunde nahm sie sich einige Zeit, um ihr Äußeres wieder an einen normalen Menschen anzupassen. Sie trocknete ihre Haare mit dem Handtuch grob ab, nahm ein frisches Hemd sowie eine gebügelte, rote Stoffweste aus dem Schrank und schnallte den dunkelbraunen Ledergürtel auf der Nadelstreifenhose enger, ehe sie sich mit der Zahnbürste im Mund wieder zu ihrem Quartier aufmachte und dort für ein wenig Ordnung sorgte. Leere Flaschen verschwanden in einer alten Weinkiste, deren Nägel rostig und krumm das wackelig Holz zusammenhielten, die gefüllten Flaschen wurden ordentlich in einem Koffer zusammengelegt und mit ein wenig Papier dazwischen gegen Bruch gesichert. Schließlich ging sie zum Waschbecken ihrer kleinen Kabine hinüber und spülte ihren Mund aus.
    Eine Minute starrte sie ihr Spiegelbild an und band sich gedankenverloren eine orangerote Krawatte um den hochstehenden Kellnerkragen. Schließlich griff sie nach ihrer weißen Kochjacke mit den dunkelblauen Kugelknöpfen, warf sie sich über die Schulter und verließ mit ihrem Cortexpad in der Hand und ruhigen Schritten ihr Quartier.
    Der Weg die gitternen Treppen hinauf und auf die Kantine zu fühlte sich deutlich länger an, als es ihr noch letzte Nacht vorgekommen war. Immerhin blieben die Stimmen in ihrem Kopf heute morgen angenehm ruhig und schlossen nicht da an, wo sie letzte Nacht aufgehört hatten: Bei der stetigen Kritik und den hämischen Kommentaren, die Jules um den Schlaf gebracht hatten. Sie sah auf ihr Pad und sendete eine kurze Wave.
    "Hey Brohm. Mir geht's gut. Danke. Ich melde mich. -J."


    Kaum näherte sie sich der Tür der Kantine, trieb ihr schon der Geruch des Kaffee die Müdigkeit aus den Augen. Noch während sie die Kantine betrat, schlüpfte sie bereits in ihre Arbeitjacke und nahm das Kühlfach ins Visier.
    "Guten Morgen.", sagte sie, so gut gelaunt ihr nunmal möglich war, und verschwendete angesichts des verspäteten Beginns ihrer Arbeit keinen Moment, um sich in der Kantine umzusehen. Blind griff sie nach den letzten Vorräten an Eiern und schlug den versprochenen Teig für Pfannkuchen zusammen, den Blick starr auf ihr Handwerk gerichtet.
  • Alana stand vor dem kleinen Waschbecken und betrachtete sich im Spiegel. Ihre beiden Dutts auf dem Kopf hingen schlaff und strähnig runter und der verlaufende Maskara unter ihren Augen betonte gezielt ihren derzeitigen Gemütszustand. Sie öffnete sie Dutts und ließ die letzten, gerade noch tapfer in ihrer frisierten Position verharrenden Strähnen über ihre Schulter fallen. Dann löste sie ihren Ledergürtel, an dem diverse Taschen befestigt waren. Am Gürtel fand man auch die kleine gestrickte Ente, die an einem orangefarbenen Schleifchen hing. Al zupfte an der Schleife und nahm behutsam die Ente ab, bevor sie ihren schweren Overall zu Boden fallen ließ. Sie tat dies so beiläufig, dass sie ganz vergessen hatte, was in ihren Taschen verstaut war. Ein metallenes "Klonk" erinnerte sie wieder an den kleinen Zylinder, den sie zuvor noch in ihrer "Kramkiste" gefunden hatte.
    "Shee-niou!" Sie ging in die Hocke um das kleine silberne Gerät aufzunehmen und zu begutachten. Sie drehte behutsam am unteren Bodenteil, auf dem ein ausgeblichenes Logo nur noch Bruchteile der Herkunft erahnen ließ, woraufhin ein kleines Klicken einen Mechanismus auszulösen schien. In einer sanften Bewegung schnellte das Innere des Zylinders raus und gab eine schwarze, stiftähnliche Konstruktion frei. Kleine Schalter und Lichter waren an dem schwarzen Kunststoff montiert, eines der kleinen Lichter atmete in einem blauen Schimmer. Alana schien sichtlich erleichtert, bei dem Anblick. Sie drehte einen Schalter einmal um den Kunststoffkörper. In der Bewegung öffnete sich der obere Deckel des Zylinders und eine polierte schwarze Kugel schob sich vorsichtig nach draußen.

    "Puh", seufzte Al und lächelte sanft während sie den Schalter zurück drehte und den Zylinder wieder schloss. Sie richtete sich auf und stellte ihre Strickente zusammen mit dem Zylinder auf die kleine Ablage über dem Waschbecken. Ihre restlichen Klamotten warf sie auf den kalten Boden und stieg in die Dusche.
    Der Wasserdruck verriet ihr, dass sie scheinbar die Leitung teilen musste, aber der angenehme Wärme des Wassers tat dies kein Abbruch. Eine Weile lang genoss sie sie heiße Dusche und den rosigen Duft ihrer Seife. Ab und zu wanderte ihr Blick zufrieden auf die kaum noch hörbare Lüftung an der Decke, hinter deren Abdeckung eine gemalte pinke Katze mit einem Eisbecher zu finden war. Zufrieden und gefühlt erholter stieg Al aus der Dusche trocknete sich ab und holte einen grauen Baumwollkimono aus einer Ablage. Der Saum war mit Ornamenten und Kirschblüten verziert und der Stoff legte sich weich auf ihre Haut. Das passende Band zum schließen, legte sie sich zweimal um die Taille, sammelte ihre Sachen und verließ die kleine Duschkabine in Richtung ihres Quartiers, wo sie lediglich ihre Sachen auf ihr Bett fallen ließ. Das Entchen, Dougy, und den Zylinder platzierte sie sachte auf dem schmalen Regal über ihrem Bett. Sie machte sich nur kurz zurecht und warf sich ein rosa Trägerkleid über, ehe sie, getrieben von dem angenehmen Kaffeeduft, sich Barfuss in die Kantine aufmachte. Die nassen Haare legten sich auf ihre Schultern und Wassertropfen rannten ihr über die Arme.

    "'Morgen Cap. Oder so...", begrüßte sie Dew mit einem Schmunzeln, der dabei war seine Tasse mit dampfendem schwarzen Gold zu füllen. Sie holte sich eine der langweiligen Tassen aus dem Schrank und gesellte sich zu ihm, bediente sich ebenfalls am Kaffee und fügte noch Milch hinzu.
    "Na? Gut geschlafen?", fragte sie, ohne einen Hauch von Sarkasmus unbemerkt zu lassen. Sie bemerkte die platt gelegenen Kissen auf der gepolsterten Sitzbank, wie auch den Umstand, dass der Captain mit linksseitig zerzaustem Haaren und den gleichen Klamotten des Vorabend rumlief. Fern dessen wirkte er auch nicht gerade frisch und erholt. Aber nach dem Abend ist das auch kein Wunder. Mit dem Kaffee in der Hand ging sie zur Sitzecke und nahm Platz, stellte die Tasse ab und fing an die Kissen wieder aufzurichten und aufzuschlagen.

    Darufhin legte sie die Tasse an die Unterlippe und schlürfte gemütlich ihren Kaffee. Plötzlich kam Jules in die Küche und machte sich mit einem knappen "Guten Morgen" an die Arbeit. Alanas Blick folgte ihr aufmerksam. Ein unangenehmer Knoten zog ihr durch den Hals und landete wie ein sein in ihrer Magengrube.
    "''Morgen Jules.", sagte sie leise in einem ernsten aber trotzdem sanften Tonfall, dabei fiel ihr Blick auf die Tasse, die sie mit beiden Händen fest umklammerte.
    Cat'it! :3

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alana Johnson ()

  • Kaum hörte sie das leise Stimmchen hinter sich, fiel Jules der Rührbesen aus der Hand. Wäre sie eine Katze gewesen, hätte man den angespannten Buckel und die zu Berge stehenden Haare gesehen. Verlegen griff sie hektisch nach dem Schneebesen und spülte ihn ab bevor sie tief durchatmete und ihn beiseite legte. Eine Stimme in ihrer rechten Schläfe fing verräterisch an zu ihr zu murmeln, doch mit ein wenig Entspannung und mehr Fokus auf ihrer Arbeit gelang es ihr, das Flüstern im Keime wieder mundtot zu machen. Immerhin darüber schien sie noch ein wenig Kontrolle behalten zu haben.
    Sie schob eine der großen Pfannen auf die Kochplatte und drehte die Flamme so hoch wie das Gas es her gab. Die Wärme des Herds gab ihr ein leichtes Schmunzeln zurück und als wäre ein Schalter in ihren Kopf umgelegt worden, ging sie mit neuem Elan an die Arbeit.
    Sie zog eine Tülle heraus und füllte den Teig um, ehe sie ein kleines Stück Butter schmelzen ließ. Wortlos verbrachte sie einige Minuten hinter dem Herd in ihre Arbeit vertieft, ehe sie nach und nach die Pfannkuchen aufteilte. Dabei stapelte sie das Frühstück für den Großteil der Crew auf eine der großen Servierplatten und stellte zwei Schalen mit Ahornsirup und Schokoladenstreuseln an den Rand des süßen Turms, der verdächtig wackelte, als sie die Platte ein Stück beiseite schob. Noch während die Pfannkuchen in der Pfanne langsam fest wurden, begann sie Sahne aufzuschlagen und zog erneut eine Tülle hervor, während sie mit ihrer linken das Gas wegnahm und die Pfanne zum erkalten von der Platte schob.

    Schließlich wendete Jules sich, in der gesunden Hand einen schweren, hohen Stapel Pfannkuchen, in der leicht mit Bandagen umwickelten, noch angeschlagenen Hand einen kleinener Porzellanteller, zu Dewin und Alana um. Wortlos stellte sie das Frühstück in der Mitte des Tisches ab und nickte Dewin zu, ehe sie etwas verlegen und im Inbegriff etwas zu stammeln den Porzellanteller vor Alana abstellte. Innerhalb des Goldrands des Tellers sah eine kleine, traurige Pfannkuchenkatze zu Alana hoch, auf die mit Sahne "对不起" geschrieben worden war. Um sich nicht in weiteren Worten zu verhaspeln brachte sie lediglich ein etwas unelegantes "Gutenappetit" heraus, wandte sich schnell wieder zum Becken voller Abwasch und begann schweigend damit, die Pfanne zu spülen.
  • Dewin blickte mit erhobener Augenbraue zu Alana und verströmte die morgendliche Frische eines zerknautschten Kaktus, auf den sich just eben jemand gesetzt hatte.
    "Habe hervorragend geschlafen... fehlte nur noch, daß ich von pudrig rosanen Kätzchen wachgeküsst werde, während ich auf Wattepfoten davongetragen werde", sprach er mit sonorer Stimme.
    Er rieb sich leicht die Augen und streichte sich einige Haarsträhnen beiseiten, die etwas wild abstehen wollten. Er sah Jules geduldig dabei zu, wie sie die Sachen servierte und trat zum Intercom des Schiffes.
    "Guten Morgen allerseits! Das Frühstück steht bereit und es ist aufgetischt... wir sehen uns in der Kantine. Es gibt Palacsinta mit süßer Beilage", sprach er deutlich in die Anlage hinein, daß es aus manchen Ecken des Schiffes leise wiederhallte.
    "Und ihr solltet euch beeilen, Alana sitzt bereits hier."
    Der Kapitän ließ schmunzelnd vom Intercom ab und trottete wieder zum Tisch hinüber. Er trat zur Küche hinüber und holte einige der einfachen Teller aus einem Schrank. Mit einem kurzen Nicken in Jules Richtung begann Dewin den restlichen Tisch mit den Tellern und etwas Besteck zu decken. Nach einigen Momenten der stillschweigenden Vorbereitung setzte er sich zu Alana an den Tisch und schob ihr Besteck in ihre Richtung.
    "Konntest du denn einigermaßen schlafen?"
    Dewin zog seine Kaffeetasse zu sich und bediente sich direkt fleißig von dem Stapel Pfannkuchen. Es brauchte nur einige Momente, da hatte er einen Teil bereits mit Sirup versehen und aß gemütlich vor sich hin. Seine Miene hellte sich etwas auf und entspannt kaute er vor sich hin, während er zu Alana hinübersah. Es dauerte gefühlt nur einige Augenblicke, da waren bereits vier Palacsinta vernichtet und der Kapitän zeigte keine Anzeichen mit dem Essen zu pausieren.
    "Jules, danke für das gute Frühstück", merkte er beiläufig aber deutlich in Richtung der Küche an, wo Jules mit dem Abwasch beschäftigt war.
    Dewin blickte wieder zu Alana und hielt mit dem Essen inne.
    "Ich werde den Doc später eine Wave schicken. Wir dürften noch mindestens 20 Stunden von Verbena entfernt sein, denke ich. Wenn Rene nicht ohnehin wieder eine Möglichkeit gefunden hat eine Abkürzung zu nehmen", sprach er schmunzelnd und trank aus seiner Tasse.
    "Wer möchte kann den kurzen Ausflug auch gerne für einen spontanen Landurlaub nutzen. Sobald wir Verbena erreicht haben, haben wir noch genug Zeit, um bis nach Aberdeen zu kommen."
  • Das traurige Kätzchen und Alana tauschten eine Weile lang Blicke aus, während die Sahne sich ganz langsam in ihren flüssigen Ursprung zurück versetzte. Fasziniert von dem teigigen Kunstwerk vor sich, bewunderte es Al in aller Stille und hörte dem Captain zu… beim Reden wie auch beim Kauen.
    „Ja danke, Cap. Im Sitzen zu schlafen hat ja auch etwas… Nichts erholsames… aaaaaaber immerhin etwas. Das mit dem Doc ist doch eine gu-“ Im Redefluss wendete sie ihren Blick schmunzelnd zu Dewin und brach kurzerhand ihren Satz ab. Dew hatte gerade den… fünften… sechsten… Palacsinta verdrückt… Al hatte nicht mitgezählt, aber der Stapel auf der Mitte des Tisches war eindeutig kleiner… zu schnell…

    „Eh! Unfair! Und du sagst am Ende allen ich esse alles weg!“, schimpfte sie und rollte sich zügig einen Pfannkuchen von dem Stapel zusammen und biss sich schmollend ein großes Stück ab. Mit der freien Hand nahm sie sich einen Weiteren nach und legte ihn gerollt neben das Entschuldigungskätzchen. Dann sah sie kauend zu Jules, die schweigend den Abwasch machte. Al schluckte einen großen teigigen Klumpen runter und sah zum Captain. Dieser wirkte entspannt und mit dem Verse im Einklang. Al lächelte und ihr Blick wanderte über die leeren Plätze zurück zu Jules.
    „Jules… Iss doch mit uns zusammen, bevor alles weg ist. Immerhin ist das dein erster Tag als Crew.“, sagte sie sanft.
    Cat'it! :3
  • Summer war noch immer in den Eingeweiden der Remedy am Machen.
    Nachdem Rene irgendwann wieder gegangen war, hatte sie das Kühlpack von ihrem Arm entfernt und durch eine kleine Wärmetauschereinheit ersetzt, die den gleichen Zweck erfüllte wie das Kühlpack, aber im Gegensatz zum Kühlpack kalt blieb.
    Der Blutfleck an ihrem Bein war eine Handbreit unter dem Knie eingetrocket, ihre aufgebissene Lippe hatte ebenfalls aufgehört zu bluten und sie hatte ihr Make-Up mit ein paar schnellen Handgriffen leidlich wiederhergestellt.
    Danach hatte sie sich methodisch und unaufhaltsam durch die ToDo-Liste der Schicht gearbeitet und lag nun, eine halbe Stunde vor Ende der Nachtschicht ein Stück weit (der verletzte Arm sorgte dafür, dass sie nicht ganz so schnell wie sonst war) vor der Zeit.

    Sie klappte ihren ArmbandComp auf, fluchte unterdrückt, als die Bewegung einen stechenden Schmerz durch ihren Arm sandte und rief den Plan der Tagschicht auf.
    "' 'Allgemeine Wartung des Reaktorkerns'..." sie zählte im Geist die dazu notwendigen Werkzeuge auf, steckte sie an ihren Gurt und addierte murmelnd:
    "...Kaffee und 手节. Ersteres derzeit im Maschinenraum nicht vorhanden, letzteres im Maschinenraum unerwünscht."
    Da sie vor der Zeit lag, konnte sie sich eine kleine Pause zugestehen.

    Sie ging bugwärts durch den Korridor, wobei sie mit Absicht so auftrat, dass die Hackeneisen ihrer Stiefel sie mit einem hörbaren, aber nicht störend lauten Klacken auf dem Deck ankündigten. Nachdem sie in der Nacht in Sachen Diskretion Mist gebaut hatte, legte sie nun großen Wert darauf, auf diese Weise anzuzeigen, dass sie nicht die Absicht hatte, ihren Fehler zu wiederholen.
    Bei der Messe angekommen trat sie wieder normal auf, alle die in der Messe waren, wussten nun sicher, dass sie da war und es bestand keine Notwendigkeit, jemandem auf den Nerv zu gehen.

    Als sie gewahr wurde, dass sich Alana, Dewin und Jules in der Messe befanden, nickte sie den beiden Frauen grüßend zu (wobei es beim Blick zu Jules kurz in ihren Augen flackerte), ehe sie mit Hackenschlag und millimeterpräzisem Salut vor dem Captain Haltung annahm.
    "Melde gehorsamst, Plansoll der Nachtschicht ausgeführt, Sir. Ich tanke kurz auf, dann nehme ich mir den Wartungsplan der Tagschicht vor."
    sagte sie mit ruhiger Stimme und deutete auf die Kaffeekanne.

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  • Die Köchin war gerade mit dem Abwasch so weit fertig, als sie auf der Ferse herumwirbelte und angespannt zu Alana sah, die sie zu sich an den Tisch eingeladen hatte, ehe sie den schnell schrumpfenden Berg an Pfannkuchen betrachtete. Einen kurzen Moment schwieg sie, ehe sie drohend einen der Schneebesen in der Hand wirbelte, so dass ein wenig Teig durch die Gegend spritzte. "Was seid ihr eigentlich verfressen! Ich habe doch gesagt, dass wir teilen und rationieren müssen, wenn wir einigermaßen satt in Aberdeen ankommen wollen!", brummte sie genervt und sah zu Dewin hinüber. "Ich finde es ja ein nettes Kompliment, dass ich keine Reste wegwerfen soll, aber die Eier sind uns schon ausgegangen und es wird eine Weile dauern, bis es wieder mal Pfannkuchen gibt!", fauchte sie und zerknüllte eine einsame, leere Eierschale in ihrer rechten Hand, ehe sie sich seufzend zurück gegen die Theke lehnte und Alana ansah. "Ich frühstücke später. Erstmal muss ich dafür sorgen, dass auch der Rest noch satt wird... und - Summer." Sie sah zu der Mechanic hinüber und setzte ein charmantes Lächeln auf. "Keine Diskussionen über die Arbeit beim Frühstück. Setz' dich und iss' etwas, alles andere kann warten. Oder sind uns Piraten im Nacken?" Sie hob auf ihre typische Art eine skeptische Augenbraue und steckte sich eine ihrer Pfefferminzzigaretten in den Mund, die sie sich mit einem Zündholz ansteckte.

    "Also. Wir brauchen noch etwas mehr als die verbliebenen Palacsinta, wenn Mary, Nick und Rene noch durch den Tag kommen wollen. What to do, what to do... " griemelte sie und griff dabei nachdenklich hinter sich, zog die frisch gespülte Pfanne wieder auf den Herd und zog mit der anderen Hand eine kleine Box mit Vorräten, die sie aus dem Kühler geholt hatte, an sich heran.
    "Gierschlunde, allesamt..." brummte sie erneut und sah dann nochmal kurz mit einem erneuten hellen, liebevollen Lächeln zu Alana hinüber. "Wenn du das Kätzchen nicht isst, wird dem Kätzchen kalt.", sagte sie ermunternd und begann mit der zweiten Runde des Frühstücks. Nach wenigen Minuten gesellte sich in die Cantine der herzhafte Duft von brutzelndem Speck.
  • Summer riss sich beinhart am Riemen, um angesichts der völlig unerwarteten Freundlichkeit nicht verblüfft zusammen zu zucken.
    Sie wechselte von zackig-förmlich auf vooorsichtig-freundlich-kameradschaftlich.
    "...wenn das für Dich in Ordnung ist...? Ich bin etwas vor dem Zeitplan und etwas zu essen wird mich..." sie konnte ihren Humor nicht gänzlich bremsen und schmunzelte kurz "...vermutlich nicht umbringen. Oder ist das Teil des Plans?"
    Sie setzte das entwaffnendste Lächeln auf, das sie spontan auftreiben konnte.
  • Dewin sah mit gefüllten Backen zu Summer auf... und für einen Moment musste er nachdenken, war er gerade noch mit einem der Pfannkuchen beschäftigt. Er schluckte den Bissen langsam runter, legte sein Frühstück beiseite und griff nach seiner Kaffeetasse.
    "Ohne Meldung... setz' dich, Summer. Wir wollen nur frühstücken und Meldepflicht entfällt auf diesem Schiff, solange kein Notfall besteht", sagte er und schmunzelte leicht. "Insbesondere wenn der Chief Steward zum Frühstück ruft und die Arbeit vor der Türschwelle gelassen werden darf."
    Abschließend trank er aus seiner Tasse, deutete kurz auf die freien Plätze am Tisch und schob den Teller mit den verbliebenen Pfannkuchen zu Summer rüber.
    "Auf Verbena werden wir wieder Proviant fassen können, vor allem frische Sachen, Jules", fügte Dewin in Richtung der Köchin an. "Bei Ellington gibt es hauptsächlich Landwirtschaft und die Leute freuen sich über ein paar zusätzliche Dollars oder Credits. Vielleicht lässt sich ja verhandeln, wenn wir entsprechend viel abnehmen."
    Der Kapitän setzte die Tasse ab und fuhr mit seinem Essen fort.
    "Eier werden das kleinere Problem sein, aber mach' ruhig wieder die Liste. Was wir auf Verbena nicht besorgen können, holen wir auf Aberdeen. Dürfte genug Zeit bleiben einen Abstecher nach Tomiko Town zu machen, nachdem wir in Greenville gelandet sind."
    Einige Augenblicke dachte Dewin nach und kaute genüsslich vor sich hin.
    "Dort gibt es auch mehr zu sehen, als nur Kühe und Wiesen. Soweit ich weiß ist es eine ziemlich bunte Stadt... besser gesagt ein Raumhafen, der zu einer Stadt wurde. Ich hatte eh vor mindestens eine Woche dort zu bleiben und die Crew bekommt noch ihr Geld ausgezahlt. Genug Zeit und Möglichkeiten, daß ihr euch austoben könnt", erklärte er beiläufig und vertilgte schließlich sein letztes Stück.
    "Und danke für das Essen, Jules... war wieder sehr gut."
  • "Ohne Meldung... setz' dich, Summer. Wir wollen nur frühstücken und Meldepflicht entfällt auf diesem Schiff, solange kein Notfall besteht" sagte Dewin.
    "Ich verstehe, Sir." bestätigte Summer schneidig, setzte ihr Schiffchen ab und nahm so am Tisch Platz, dass sie alle Zugänge zur Messe sehen konnte und niemandem den Rücken zuwandte. Es sah mehr aus wie eine auf die harte Tour gelernte Gewohnheit, als wie eine bewusste Absicht.
    Das Besteck mit abgespreizten kleinen Fingern haltend und kerzengeradem Rücken begann sie zu essen während sie Dewins weiteren Worten lauschte;
    sie wirkte ein winzigkleinwenig als wäre sie früher eins von den Kindern gewesen, denen man mit dem Rohrstock und Büchern auf dem Kopf Haltung bei Tisch eingebläut hatte. Der Rosenstock in ihrem Gesäß stand offensichtlich mal wieder in voller Blüte.

    "Der reinen Neugier halber..." fragte sie in die Runde nachdem Dewin seinen letzten Satz beendet hatte, "...da es einer gewissen Fluktuation zu unterliegen scheint, wo an Bord ist das Rauchen gestattet?"
    Sie nahm einen weiteren Bissen, nickte Jules anerkennend zu und fuhr fort.
    "Und gibt es bestimmte Dinge, die auf Verbena oder Aberdeen erledigt werden müssen, bei denen ich von Nutzen sein kann? Und sei es nur als Geleitschutz?"
    Wie um den letzten Satz zu betonen legte sie kurz das Messer zur Seite und tätschelte sachte die alt und abgenutzt aber perfekt gepflegt wirkende MPi in ihrem Schenkelholster, ehe sie weiter aß. Trotzdem sie solchen Wert auf Tischmanieren legte, kam in ihren Bewegungen dennoch ein gewisser Enthusiasmus zum Ausdruck, mit dem sie auch ohne Worte signalisierte, dass sie Jules' Kunst sehr zu schätzen wusste.

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  • Dewin legte das benutzte Besteck ordentlich auf den Teller zurück und schob diesen etwas von sich weg. Kauend sah er danach zu Summer, er hatte ihr zuvor aufmerksam zugehört.
    "Das Rauchen ist grundsätzlich erlaubt im Frachtraum und in der eigenen Kabine, sofern man damit nicht den Rest stört oder das Unterdeck einnebelt. In der Kantine gibt der Chief Steward vor, wann es erlaubt ist und wann nicht. Es versteht sich von selbst, daß beim Essen in Gegenwart Anderer davon abgesehen wird."
    Der Kapitän schmunzelte leicht.
    "Darüber hinaus ist es nach Möglichkeit in den Gängen zu unterlassen... der Raum ist schon beengt genug, da müssen wir der Lüftung nicht unnötig Arbeit verschaffen. Außerdem danken es uns die Filter. Ich denke dies sollte soweit als Erklärung reichen, wich werde davon absehen diese Benimmregeln an jede Wand zu tackern."
    Eine Weile sah Dewin Alana beim Essen zu, sah hinüber zu Jules und lehnte sich etwas zurück, nachdem er deren Treiben flüchtig gefolgt war. In aller Ruhe sah er wieder zu Summer und setzte zum Sprechen an.
    "Auf Verbena fassen wir Proviant und treffen dort die Lazarus in vielleicht 20 Stunden bei Ellington. Ein verschlafener Ort, wo keiner nach einer Landegenehmigung fragt. Die Leute dort mögen etwas eigenbrötlerisch sein, aber aber daran gewöhnt man sich. Und Aberdeen stehen unter dem Zeichen Landurlaub", sagte er mit einem breiten Lächeln.
    "Dort werden wir außerhalb bei Greenville sein, es werden sich Tätigkeiten wie Geleitschutz erübrigen. Macht das Beste für euch daraus, vielleicht winken ein oder zwei Aufträge, wenn wir die Augen und Ohren offenhalten. Ich hatte Jules und Alana schon gegenüber erwähnt, daß ein Abstecher nach Tomiko Town auch drin wäre. Sofern jemand von euch eine Einkaufstour machen will."
    Dewin richtete sich etwas die Hosenträger und gähnte leicht. Mit einem Blick in die Kaffeetasse vergewisserte er sich, daß darin noch etwas vom koffeinhaltigen Inhalt vorhanden war. Mit einem abschließenden Zug trank er die Tasse aus.
    "Wir werden aber die Nachrichten um Tomiko Town im Auge behalten. Es liegt nahe bei Greenville und übergreifend gibt es Nachrichten, daß es dort zumindest vereinzelt Ärger in den Straßen gab. Die Behörden haben sich ziemlich schnell eingeschaltet... scheint mit Versorgungsengpässen der Bewohner zu tun zu haben", fügte Dewin beiläufig an. "Leider ein bekanntes Problem bei manchen Siedlungen und Knotenpunkten in den Rims. Wird uns aber nicht aufhalten dort aufzuschlagen."
    Damit beendete Dewin seinen kleinen Monolog und nickte in Summers Richtung.
    "Soviel zu Verbena und Aberdeen."
  • Jules lauschte mit halbem Ohr den Gesprächen, das andere Ohr lauschte dem Geräusch des Specks in der Pfanne. Sie wendete einige Stücke herzhaft belegten Toasts mit der rechten Hand, ehe sie die üppige Frühstücksportion auf zwei Teller schob und einen Teil des neu durchgelaufenen Kaffees in eine kleinere Warmhaltekanne umfüllte. Mit ruhigem Blick wendete sie sich zu ihren Kameraden herum und nickte schließlich.

    "Erst Verberna, kurzer Zwischenstopp, dann Aberdeen, Landgang mit Aufenthalt. Passt. Ich denke, die Liste habe ich im Kopf schon komplett."

    Jules runzelte die Stirn und sah seufzend auf die Uhr, die über den Köpfen der anderen tickte. "Wenn ihr soweit gegessen habt, sollten wir den anderen auch die Chance dazu geben. Summer, würde es dir etwas ausmachen, den Rest an Mary und Nick zu verteilen? Dann bringe ich Rene seine Portion Frühstücksfleisch. Bis wir in Verberna sind, ist glaube ich noch genug zu tun. Ich will nicht, dass schon wieder jemand das Frühstück auslässt. Ach, Alana, könntest du mir vielleicht helfen? Um Rene sein Frühstück und den Kaffee zu bringen, fehlen mir noch mindestens zwei Arme." Sie lächelte sanft und drückte ihre Zigarette in einem winzigen Tischaschenbecher auf der Arbeitsplatte der Kantine aus, dessen Goldrand schon abgegriffen und in die Jahre gekommen war. "Ahja und Dew, wenn du Zeit hättest, würde ich mit dir und Al' gerne noch ein paar Modifikationen an der Küche besprechen. Einmal im Sinne unseres Budgets, andererseits aufgrund der Umsetzbarkeit." Sie spielte mit nervösen Fingern an dem Kettchen um ihren Hals, deren Anhänger tief unter ihre Kochjacke gerutscht war. "Ich bin dann im Cockpit, wenn ihr die Zeit und Muße habt.", sagte sie schließlich und nickte den Personen in der Kantinenecke zu, bevor sie ihre Jacke aufknöpfte, über einen der Stühle warf und die Sicherungsspule an dem Uhrenkettchen wieder eine Schicht tiefer unter ihr Hemd schob. Dann griff sie sich eilend die beiden Teller, von denen einer lediglich einen Haufen Bacon zu beherbergen schien, mit denen sie schleunigst in den Gang zum Cockpit hinauf lief.