Penglai System - Nahe Bottom

    • Dewin behielt das Lautsprechermikrofon weiterhin in der Hand und sein Blick wanderte zu Rene, kurz schüttelte er den Kopf und seine Mimik blieb unverändert ernst.
      "Sicher bin ich mir nicht... aber die Scanner sollten uns frühzeitig warnen, wenn da mehr auf uns wartet. Immerhin fliegen wir nicht mit Standard", fügte er mit ruhiger Stimme an.
      Kurz sah der Kapitän weiter zu Alana, die die Scanner im Blick behielt.
      "Und wenn es eine Falle wäre... würde es da nicht mehr Sinn machen ein Zivilschiff als Köder auszulegen? Ein wehrloses Siedlerschiff? Oder ein Frachter mit der Option auf Beute? Einem Allianzschiff würde nicht unbedingt jeder helfen wollen. - Bleiben wir gespannt, ob noch weitere Signaturen oder Objekte reinkommen. Ich glaube kaum, daß die Allianz sich mit ihrem EMP selber ausmanövriert."
      Dewin sah hinaus ins Black und nestelte wieder an seinem Tabak herum, ließ aber das Lautsprechermikrofon weiterhin nicht los.
      "Und du hast Recht...", sprach der Kapitän nüchtern. "Wir sind ziemlich weit draußen, daß hier ein Allianzschiff strandet. Vielleicht auf eigener Mission... die nicht so gut lief. Dürften sich wohl kaum soweit verflogen haben."
      Geduldig drehte sich Dewin in langsamen Schritten die nächste Zigarette.
      "Alana, was sagen die Scanner? Nur das eine Schiff?"

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    • Ms. Bao Xian hatte gerade schon wieder ihre Teetasse an den Mund gehoben, da rauschte eine männliche Stimme aus ihren Kopfhörern und den Lautsprechern des Frachtraums. "Allian.. s...el Lavender ..er ist Frachtsc... emedy, haben Ma..day erha..n... ommen..."
      Beruhigt lächelnd rührte die Frau ihren Tee um, und drückte sich einen der Hörer fester aufs Ohr, ehe sie den Kanal wieder besprach.
      "Remedy für Lavender. Unser Verstärker ist beschädigt. FRAGE Sprache Verständigung? MELDUNG Wir sind nach Gefecht havariert. Leck im Treibstofftank. Leitungen defekt nach EMP Einschlag. Feindliche Piraterie außer Gefecht gesetzt. Ein verletzter Crewman. Keine weiteren feindlichen Schiffskennungen in Reichweite festgestellt. Bestätigen Sie."

      Die Mannschaft im Maschinenraum hob die Köpfe durch die Tür und gemeinsam mit den Kameraden blickte die gesamte Besatzung angespannt dem Rauschen und knistern des Funkkanals entgegen.
      Sie sah in die Runde. Schnell huschten ihre Untergebenen wieder zurück an die Arbeit.

      Sie seufzte und wiederholte den Funkspruch. "... Was für ein Desaster.. " murmelte sie, kaum dass die Sprechtaste wieder gelöst war und sie den Geräuschen des Blackihre volle Aufmerksamkeit schenkte, in der Hoffnung eine Antwort zu erhalten und diese nicht zu überhören.
    • "Remedy f.. Lavender. ...erstärker ...schädigt. FRAGE Spr..che Verstä...ung? MELDU... n..ch G...cht hava...rt." krachte es aus dem Lautsprecher im Cockpit der Remedy, die sich immer noch dem unbekannten Allianzschiff näherte.
      "...Leck ..m Treibstofftank. Leitungen d..f..kt n.. EMP Einsch... Feindliche Piraterie außer Gefecht gesetzt. ..n verletzter Crewman. Keine weiteren feindlichen Schiffskennungen in Reichweite festgestellt. Bestätigen Sie."

      "废话...!" zischte Summer, schnippte eine Zigarette hoch und fing sie mit den Zähnen.
      "Piraten würden entweder keine Zeugen zurück lassen oder selbst hier noch als Wrack herumtreiben.
      Oder aber der EMP war ihr Abschiedsgeschenk, und sie haben eine Schubsignatur hinterlassen."
      Sie zündete die Zigarette an und paffte nachdenklich.
      "Alana? Darf ich Dich um eine Wiederholung des Scans bitten?"



      废话: (fèihuà) "wasted speech" -> "nonsense"

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    • Dewin seufzte kurz, als er die knarzende Antwort in groben Stücken aus dem Lautsprecher hörte. Mit einer kurzen Bewegung schob er sich die dünne Zigarette in einen Mundwinkel und zündete sie an.
      "... und beschissene Verbindung, bestens."
      Wieder drückte er den Sprechknopf, hielt aber kurz inne mit Blick zu Alana, die konzentriert auf den Scanner starrte und scheinbar wortlos mit sich selber sprach.
      "Remedy an Lavender. Negativ. Verständigung schlecht. Bestätigte Meldung... Leck im Treibstofftank. EMP Einschlag. Feindliche Piraterie außer Gefecht. Verletzter Crewman. Keine feindlichen Schiffskennungen in Reichweite. Wiederholen sie Meldung vollständig. Kommen."
      Er wartete einige Momente und wiederholte seine kurzen Sätze in ruhiger, aber deutlicher Tonlage ins Mikrofon, um den verstandenen Teil durchzugeben.
      "... Wiederholen sie Meldung vollständig. Kommen", sprach Dewin und beendete die auf ein zweites Mal seinen Funkspruch.
      Gemütlich zog er an der Zigarette und atmete beiläufig den Rauch aus, das Lautsprechermikrofon wog er dabei erneut in der Hand.
      "Nicht jeder Pirat zieht wie die Reaver umher... aber der EMP als Geschenk dürfte der Punkt sein", murmelte Dewin in sich hinein.
      "Warten wir, ob die Meldung wiederkommt..."
      Der Kapitän wirkte äußerlich sehr ruhig und sein Blick wanderte wieder ins Black. Aber eine gewisse Spannung ließ sich nicht verneinen, die still durch das Cockpit zog und sich auf einen Teil der Anwesenden legte.
      "Außerdem dürfte wir bald die Stelle des Signals erreicht haben."

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    • "Da ja nun geklärt ist wo wir da hinein fliegen, sollte sich die Mechaniks wohl vorbereiten, ich glaube kaum das die Reperatur allein mit Duct Tape zu lösen ist, bzw wir derartige Mengen davon an Board haben."

      Rene überflog sämtlich Fluginstrumente und korigierte den Anflug, um die Flugzeit noch weitest gehend zu verkürzen, wenn noch irgend eine Lampe am Alianzschiff brennt sollte sie eigentlich in einer Minute zu sehen sein, ansosnten könnte man in zwei minuten was mit den Augen erkennen, es sei den die Allianz malt ihre Schiffe neuerdings schwarz an, dann müsste man warten bis man auf Scheinwerfenreichweite ist.

      Rene blick zum Schubhebel, 'man könnte noch schneller da sein, aber Alana würde sicher alles ander als Nett sein die nächsten Tage wenn das gemacht wird und das Schiff wieder an die Belastungsgrenzen getrieben wird. Ich könnte, aber muss ich es nur weil ich es kann...'. Immer noch in Gedanken legte er eine Finge auf den Schubhebel, und schaute dazu Alana rüber die immer noch wie gebannt auf die Sensorenanzeige starte, sein Blick wanderte weiter durch die Brücke zu den anderen Personen die anwesend waren, Drew, Summer, es stand allen eine derartige Begeisterung ins Gesicht geschrieben mitten im nichts auf ein havariertes Alianzschiff zu stoßen, wobei wohl jeder aus etwas anderen Gründen.


      Mitlerweile konnte man was mit den Augen erkennen, es war zwar keine Lampe, aber es gabt dort im Nichts Lichtreflexe die da eigentlich nicht hin gehörten. Es wurde Zeit langsam auf die Bremse zu treten, schnel waren die seitlichen Antriebsmodule ausgerichtet und ein leichtes vibrieren gab neben den Flugtelemetriedaten Rückmeldung das sich das Schiff verlangsamte.

      Es war nicht viel was man erkenne konnte aber es waren zwei große Klumpen Metall die da rum trieben, und die Lichtreflexe waren kleine Feuer auf der Hannover Class, wie blöd kann man sein, sich erstens mit einem bewaffneten Schiff anzzulegen und dann sich mit seinen eigenem EMP ins aus zu schießen. Es ist kein Hexenwerk ein EMP zu überstehen wenn man rechtzeitig weiß wann er kommt.
      Warum nur alter treuer Freund, warum gibt es in dieser Welt mit ihrer bunten Farbenpracht, in der man ständig tanzt und lacht, denn gar nichts mehr was für dich zählt.
    • Dewin sah aufmerksam nach vorne als sich die Schemen mit Lichtreflexen ankündigten, die sich schnell als beschädigte Stellen der Schiffen herausstellten. Er merkte wie die Schubumkehr vom Schiff einsetzte, als Rene die Remedy zielstrebig und sicher an die beiden Schiffe dort im Black heranführte. Selbst Alana schien nun nicht mehr gebannt auf den Scanner zu starren, sondern hatte den Kopf erhoben, um auf ihr Ziel dort draußen zu schauen.
      "Die haben sich ja etwas vorgenommen...", kommentierte Dewin das Auftauchen des vermeintlichen Piratenschiffes, das für ihn dort fast auf dem Kopf regungslos vor sich hintrieb. Mit etwas Abstand war auch die Lavender zu erkennen, schwebend mit der Nase nach unten gerichtet.
      "Und haben die Allianzler aber gut erwischt. Sieht nicht danach aus, als hätten sie mit einem EMP gerechnet."
      Der Kapitän nahm einen gemütlichen Zug und ließ sich einige Momente Zeit die Szenerie einfach nur zu betrachten. Die Scanner gaben inzwischen auf die kurze Reichweite die Objekte mehr als deutlich wieder mit entsprechenden Warnungen einer möglichen Kollisionsgefahr.
      "Summer, du kannst zum Shuttle. Du übernimmst auf dem Shuttle sobald ihr auf die Lavender zusteuert und die Remedy verlassen habt. Wir wissen nicht, ob ihr wie gewohnt andocken könnt. Fliege lieber zuerst eine Extrarunde. Ich werde denen durchgeben, daß unser Shuttle versucht sie zu erreichen."
      Dewin sprach sehr nüchternd, während er weiterhin rauchte.
      "Wir halten konstant Funkkontakt. Sobald es Ärger geben sollte brecht ihr ab. Ich denke da weniger an unsere Freunde von der Allianz... sondern an die Freunde die dort hinten in der Hanover treiben. Die werden gerade wahrscheinlich selber fleißig ihre Systeme flicken. Und ich gehe davon aus, daß deren Schiff Bewaffnung an Bord an."
      Der Kapitän überlegte kurz.
      "Haben wir eigentlich inzwischen die Flares und Direct Counters installiert?", fragte Dewin mehr sich als den Rest.
      Ihm dämmerte zugleich, daß bei den letzten Anschaffungen für das Schiff zwar ein großer Teil Ersatzteile und der gesicherte Cortexzugang dabei waren. Aber die Täuschkörper und Gegenmaßnahmen für gesteuerte Gefechtsköpfe hatten es leider nicht mehr auf das Schiff geschafft. Zumal die Teile nicht unbedingt einfach zu beschaffen waren, wenn man sie an der falschen Stelle kaufen wollte. Unweigerlich würden Fragen gestellt werden, wofür man sowas denn bräuchte.
      "Ach, Summer... und nicht zu schwer bewaffnet bei denen erscheinen. Wir wollen die Leute ja nicht unnötig nervös machen. Den Rest kennst du selber gut genug wenn es um Allianz geht, daher übernimmst du auch die direkte Kommunikation vor Ort mit denen. - Mir wäre es ansonsten am liebsten, daß die von uns nur ein paar helfende Hände auf ihrem eigenen Schiff brauchen und vielleicht das ein oder andere Ersatzteil. Sofern wir es überhaupt haben."
      Damit blickte er wieder zu Rene.
      "Rene, die Remedy weiterhin auf entspannten Abstand halten... wir wollen denen zwar helfen aber nicht schmusen", sagte er beiläufig und sah weiter zu Alana. "Alana, du kannst zurück in den Maschinenraum, wenn es dir lieber ist. Stelle dich nur darauf auf ein, daß Rene dich vielleicht sehr schnell dort braucht, solltest du hierbleiben."
      Noch während der Kapitän mit Alana sprach, hob er wieder das Lautsprechermikrofon an und stellte es kurz auf das Intercom.
      "Hier ist Dew... Mary, Nick. - Summer ist gleich bei euch, ihr stattet dem Allianzschiff einen kurzen Besuch ab und schaut wo Hilfe gebraucht wird. Summer weiß um die Situation und wird die Mission auf dem Shuttle leiten. Wir halten konstant Funkkontakt, sobald ihr draußen seid. Nehmt alles mit, was ihr an Werkzeug tragen könnt. Und vergesst nicht das Panzertape... Ende."
      Kurz atmete Dewin durch und betrachtete die schwebenden Schiffsobjekte im Black. Geradezu malerisch blitzten hier und da dezent die Funken von beschädigten Außenhüllen und freien Leiterbahnen auf, es erinnerte ein wenig an diese altmodischen Wunderkerzen die er von Zuhause kannte. Hätte man nicht um den Umstand der Situation gewusst, hätte das ganze Schauspiel hier einen fast schon feierlichen Charakter gehabt. Nachdenklich ruhte Dewins Augenmerk auf der stillen Hanover Class, die sich träge um die eigene Achse zu drehen schien. Hätten die Schiffe hier genug Zeit, würden sie wahrscheinlich unweigerlich von alleine voneinander wegtreiben... aber genau darauf wollte es erst recht nicht Dewin ankommen lassen.
      "Hat noch wer Anmerkungen?", fragte der Kapitän in die Runde und zog an der Zigarette.

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    • Einer ihrer Techniker arbeitete konstant und mit bewundernswertem Eifer an der Funkverbindung, die der Lavender noch zur Verfügung stand.
      "Sie kommen näher... " seufzte sie und strich ihre Uniformjacke glatt, ehe sie der erneuten Meldung des unbekannten Captains lauschte, die nun deutlicher und doch recht gut verständlich durch die Frachthalle pfiff und nicht mehr ein fernes Flüstern hinter einer Wand von statischem Rauschen war.

      "Remedy für Lavender. Verständigung schlecht. Positiv, ich wiederhole.Leck im Treibstofftank. EMP Einschlag. Feindliche Piraterie außer Gefecht. Verletzter Crewman. Keine feindlichen Schiffskennungen in Reichweite. FRAGE Lautstärke Verständigung? Entschuldigen Sie die Umstände, Captain. Wir arbeiten daran. Lavender bereitet sich auf ihr Eintreffen vor. Wiederholen Sie."

      Sie rührte in ihrem Tee, trank den letzten Schluck der Tasse und erhob sich von ihrer Konsole.

      "Sie haben es gehört, Männer. Machen Sie dem Schiff keine Schande. Ich will, dass hier gleich ein wahres Fest der Reparaturen stattfindet. Machen sie den Frachtraum frei, bringen sie alle Notwendigkeiten im Nebenschott unter, damit wir gegebenenfalls den großen Anflug eröffnen können. Niemand ist unbewaffnet, während wir Gäste an Bord haben! Werden Sie nicht leichtsinnig, aber benehmen Sie sich. Wir haben keinen Grund, Böswilligkeit zu vermuten. Noch nicht. Ran ans Werk."
      Gerade wandte Sie sich an ihren Offizier, da rief es durch die Halle.
      "Ma'am, wir sind am Verstärker soweit fertig! Die Verbindung ist frei. Die Remedy ist in direkter Funkreichweite."

      "Endlich.", sie setzte sich das wuchtige Headset wieder auf den Kopf und drückte den Sprechknopf, der daran befestigt war. "Remedy für Lavender. Wir haben einen Kanal offen für Direktfunk. Bitte wechseln Sie auf Frequenzbereich UHF 2695, Kanal 310. Wiederholen Sie."
    • Kaum hatte Dewin seine Frage ins Cockpit gestellt, war diesmal deutlicher die Meldung des Allianzschiffes zu hören. Kurz zog der Kapitän an der Zigarette und drückte wieder den Sprechknopf.
      "Remedy an Lavender. Positiv. Lautstärke Verständigung gut. Ich wiederhole, Lavender bereitet sich auf unser Eintreffen vor. Bestätigen Kanal für Direktfunk. Wechseln auf UHF... 2, 6, 9, 5... Kanal 3, 1, 0. Ich wiederhole, wechseln auf UHF... 2, 6, 9, 5... Kanal 3, 1, 0."
      Suchend blickte sich Dewin um, bis er die Konsole für den Funk fand und hängte das Lautsprechermikrofon ein. Bisher war es sehr bequem gewesen nur in dieses zu sprechen... jetzt musste er sich kurz erinnern, wo die übrigen Bedienfelder versteckt waren. Er stand mit einem Schritt vor einem der kleinen Bildschirme mit integrierter Bedienung, die neben dem Funk auch für direkte Bildübertragungen genutzt werden konnten. Dort konnte er die durchgegebene Frequenz direkt einfügen und zur Prüfung gab das System einen kurzen Signalton von sich, daß die durchgebenen Daten zumindest soweit korrekt waren, daß es einen Kanal gab. Dewin sah davon ab sich ein Headset aufzusetzen und ließ den Kanal für alle im Cockpit hörbar. Dann betätigte er die Sprechtaste.
      "Remedy an Lavender. Haben auf offenen Kanal gewechselt. Bitte bestätigen. Kommen."
      Jetzt nahm der Kapitän auf dem Sitz des Copiloten Platz und behielt die Konsole im Auge. Vorsichtshalber schaltete er eine mögliche Bildübertragung von Seiten der Remedy aus und konzentrierte sich darauf, eine neue Antwort von der Lavender zu hören.
      "Kaffee wäre jetzt super...", murmelte Dewin vor sich hin und sah von der Konsole wieder auf hinaus ins Black zu den beiden Schiffen.

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    • Summer hatte für den Moment genug gehört. Sie stellte ihr L98A1 in den Copilotensitz, tastete kurz ihren Werkzeuggürtel ab und wandte sich Dewin zu.
      "Ich bereite nun das Außenteam vor, Sir. Bitte wünschen Sie uns Glück, dass es keine Reaver mit unerwartet guten Manieren sind."
      Sie schmunzelte angedeutet, ehe sie Haltung annahm und mit funkenstiebendem Hackenschlag salutierte.
      Sie machte auf dem Absatz kehrt und eilte im Laufschritt durch den Hallway achteraus.
      Im Maschinenraum schnappte sie ihren Werkzeugkasten und ging dann über die Treppe nach unten zum Shuttle,
      wo sie Mary und Nick instruierte: "早上好, gut dass Ihr da seid; es gibt Arbeit für uns. Wir befinden uns in folgender Situation:..."



      早上好: "Zǎoshang hǎo" -> "Guten Morgen."
    • Bao Xian kräuselte die Lippen zu einem strengen Lächeln.

      Dafür, dass nichts nach Plan lief, lief alles nach Plan. Um sie herum hetzte die Besatzung des Schiffes durch den kurzfristig zur Werkstatt umfunktionierten Frachtraum, um die verbliebene Ladung zu sichern. In wenigen Minuten hatte das Schott gründlich genug gesichert zu sein, um ohne Schaden und Verluste das eintreffende Shuttle aufzunehmen. Sie selbst hatte sich in einen Teil des Maschinenraums zurückgezogen, der zwischen funkenden Leitungen und gedimmten Notlichtern gerade genug Platz für eine kleine Funkkonsole erübrigen konnte.

      "Wie ich eben erfahren habe, ist Ihr Shuttle bereits auf dem Anflug, Mr. Callahan. Auch wenn ich mich über die missliche Situation meines Schiffes nicht sonderlich vergnügen kann, freue ich mich doch, dass es noch einige anständige Gestalten und Menschen mit Sinn für das Richtige in diesem Flecken des Verse gibt." Sie hielt inne und überflog den letzten Statusbericht ihres führenden Mechanikers. "Ich gebe Ihnen gerne zu Ihrer eigenen Sicherheit einen Bericht über die vergangenen Stunden, da Sie sich so herzlich dazu bereit erklärt haben, meiner Crew unter die angeschlagenen Flügel zu greifen."

      Sie nippte an einer frischen Tasse Tee und zog die Kopfhörer ihrer Station, die auf Duplexfunk umgeschaltet worden war, eng an ihre Ohren.

      "Im Zuge eines einfachen Patrouillenfluges zur Ausbildung zweier jüngerer Crewmen wurden wir durch, sagen wir, unglückliche Trümmerspuren, auf eine Gruppe Raubschmuggler aufmerksam, die bereits vor einigen Wochen in diesem Sektor auffällig geworden war. Leider war der Senderspur der Hanoverclass, die sie wahrscheinlich noch in unserer Nähe treiben sehen können, kein Warnhinweis über militärische oder verbotene Waffeninstallationen anzusehen. Es sieht so aus, als wäre das EMP unserer Nachbarn ihnen bisher recht nützlich gewesen."

      Sie nippte erneut an der Tasse.

      "Wenn sie die Möglichkeit dazu haben, empfehle ich dennoch weiterhin ein Auge oder besser einen Scan auf der Hanover zu haben. Nur weil wir ihre Hauptleitung in die Jagdgründe geschickt haben, will ich mich nicht zusehr in Sicherheit wiegen, dass diese Verrückten nicht doch noch versuchen, uns alle mit ihnen über den Jordan zu schicken. Und wir hatten in den vergangenen zwei Stunden keine Möglichkeit, die Vorgänge auf dem feindlichen Schiff übermäßig im Blick zu behalten."

      Sie setzte die Tasse ab, schlug ein Bein über das andere und sah auf das Pad neben sich.

      "Oh, ich vergaß zu erwähnen. Sie können sich ruhig bemerkbar machen. Dieser Kanal erzwingt kein Wechselsprechen. Auch wenn ich Sie nicht dazu ermutigen möchte, mich zu unterbrechen. Anyhow. Ich werde natürlich dafür sorgen, dass Ihnen eventuelle Verdienstausfälle oder geschäftliche Unannehmlichkeiten, die aus der entstandenen Verzögerung Ihres Fluges resultieren, geltend gemacht werden. Gibt es von Ihrer Seite derzeit noch Fragen?"
    • "... von Ihrer Seite derzeit noch Fragen?", hörte Dewin aus einem der Lautsprecher am Bildschirm.
      Aufmerksam hatte er den Ausführungen der Offizierin zugehört, tippte leicht mit den Fingerspitzen auf der Amatur und behielt dabei die Hanover Class wieder im Auge. Das wuchtige Schiff schwebte nach wie vor gefühlt anteilnahmslos vor ihnen in einiger Entfernung, dekoriert mit gelegentlichen Funken, die sofort im Black erlischten. Der Kapitän der Remedy unterbrach die Stille auf seiner Seite des Funks, als er kurz nachdenklich und vielsagend brummte, bevor er mit ruhiger Stimme zum Sprechen ansetzte.
      "Es beruhigt zu hören, daß sie von Verdienstausfällen sprechen. Darauf komme ich gerne zurück, wenn wir den wichtigen Teil erledigt haben und sie... und ihre Crew... wieder von hier wegkommen können. Wie gesagt, unser Shuttle ist derzeit auf dem Weg zu ihrem Schiff, sie dürften die nächsten Minuten in Reichweite zum Andocken sein. Nur damit sie informiert sind, an Bord werden sich drei meiner Leute befinden. Unter ihnen Summer Davenport, sie wird die Kommunikation direkt vor Ort übernehmen, während der laufenden Reparaturen. Meine Crew ist für Notfälle mit allen Dingen ausgestatten, um schnell arbeiten zu können. Ich hoffe es reicht, daß alles Notwendige bei ihrem Schiff behoben werden kann, solange wir nicht ganze Teile der Strukturen ersetzen müssen."
      Dewin machte eine kleine Pause und sah kurz zu den Anwesenden im Cockpit.
      "Dies bedeutet aber, daß wir auf Hilfe ihres technisches Personal ebenso angewiesen sind... ich gehe mal davon aus, daß wir von vorneherein unter diesen Umständen interdisziplinär arbeiten, ohne uns an Formalitäten aufzuhalten. Wenn sie noch weitere Fragen zu meinem Personal bei ihnen an Bord haben, stellen sie sie ruhig... ich denke, dies waren erst einmal die wichtigsten Punkte. Alles Weitere müssen wir abwarten und was es braucht, daß sie wieder flugtauglich werden. Dies wird erst einmal oberste Priorität haben!"
      Erneut machte der Kapitän eine flüchtige Pause und räusperte sich dezent.
      "Die Hanover Class behalten wir per Scan weiterhin im Auge. Wir werden Meldung machen, sollte sich da etwas tun. Ich gebe jetzt kurz eine Meldung an meine Crew raus... Moment."
      Dewin unterbrach die Spracheingabe und sah beiläufig zum Rest im Cockpit.
      "Was sind wir nur für anständige Gestalten...", sagte er und musste breit schmunzeln, "Und anständige Gestalten haben natürlich anständige Verdienstausfälle, wie wir doch sicher wissen, nicht wahr?"
      Gemütlich zog er an der Zigarette und griff sich das Lautsprechermikrofon. Kurzerhand schaltete er auf das Intercom und sprach hinein.
      "Hier ist Dew... Summer, Mary, Nick... bleibt erst einmal auf dem Standardkanal zur Remedy, ich gebe euch gleich den Kanal für den Direktfunk durch. Klinkt euch dort mit ein, damit die wissen, daß sie euch auch direkt kontaktieren können für den Anflug. Gebt eine kurze Bestätigung an die Remedy und die Lavender raus, sobald ihr den Kanal habt. Ansonsten euch einen guten Flug!"
      Das Lautsprechermikrofon wurde wieder eingehängt und Dewin wendet sich wieder dem Bedienfeld für den Direktfunk zu.