Penglai System - Nahe Beylix

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    • Penglai System - Nahe Beylix

      Beylix wurde nach einem übereilten Start schnell verlassen und schwerelos trieb die Firefly nun voran, um sich ihren Weg durch das Black zu bahnen. Absolute Ruhe herrschte um sie und in der Ferne war ein gleißender Ball, es war die Protosonne Penglai, zu sehen, der sich in einem warmen Gelb absetzte. Schwach reflektierte der Metallkörper des Schiffes das Licht, Schatten wanderten entlang über die abgewandte Seite und krochen durch die vielen Vertiefungen auf der metallenen Oberfläche. Leicht drehte sich die Firefly um die eigene Achse, als die Navigationssysteme eine automatische Kurskorrektur vornahmen und den Körper neu ausrichteten. Das Licht der Protosonne wanderte gemächlich über die Hülle und tauchte eine Seite der Firefly in ein angenehmes Licht.

      Dewin stand in der Kantine rückwärtig an den Tresen der Küche gelehnt. Etwas entfernt blubberte dezent leise die Kaffeemaschine vor sich hin, unterstützt vom lebendigen Summen der Remedy im Hintergrund. Auf dem langen Tisch in der Kantine lagen allerlei Sachen verteilt. Ein eingeschaltetes Cortexpad älteren Datums, zwei offene Ordner, sowie eine beträchtliche Zahl an Papiere lagen herum... und irgendwo versteckt lag noch ein weiteres, kleines Pad, das als interaktiver Notizettel fungierte. Beide Pads leuchteten fleißig vor sich, insbesondere das mit der Verbindung zum Cortex, die Advertisements spielten sich dort mit deutlichem Delay ab und gaben ein buntes Intermezzo.
      Die Kaffeemaschine verstummte und Dewin füllte seine Tasse. Er nahm einen kurzen Schluck und ging zu dem langen Tisch hinüber. Beiläufig atmete er durch und blätterte lieblos durch einige der einzelnen Papiere, während er wieder aus der Tasse trank.
      Ein Teil der Papiere waren tatsächlich Quittungen, sowie Rechnungen... insgesamt waren viele Zahlen auf den Sachen verteilt und Dewin stand ins Gesicht geschrieben, daß es ihm keinen Spaß bereitete.
      Dafür hatte er definitiv seine Ruhe, in der Kantine befand sich aktuell sonst niemand und er konnte sich komplett auf dem Tisch ausbreiten. Er griff nach einer Auflistung der letzten Treibstoffzellen und der letzten Anschaffungen, die er sich notiert hatte. Sein Blick ging weiter über die grobe Kalkulierung des Auftrages, den die Remedy vor fast einem Jahr auf Jiangyin bekommen hatte. Einiges von dem Budget war in den Einkauf von Material und örtlichem Personal geflossen, fast die Hälfte blieb etwa nach seiner Rechnung für die Crew der Remedy übrig. Und dann blieb noch die Abnahme der Arbeiten. Dies bedeutete leider vielleicht, daß die Remedy wohl ober übel noch einmal den Planeten aufsuchen musste. Der Kapitän hatte eine Weile nichts mehr gehört von dem Stand der Arbeiten und er hoffte, daß alles im Zeitplan geblieben war.
      Laut Timing müsste das Meiste bereits getan sein und der Großteil der Umzäunungen für die Weiden des Rinderbarons fertiggestellt sein. So daß zumindest jetzt bereits ein Teil seiner Rinder ihren Platz hatten. Dewin hatte sogar ein halbes Dutzend Pfahlrammen gemietet, daß niemand von Hand die Dinger setzen musste. Er hatte den ausführenden Arbeitern mitunter einen Bonus versprochen, wenn sie zwei Drittel der Weiden weit vor der Zeit umzäunt haben würden.
      Fast meditativ drehte sich der Kapitän eine dünne Zigarette und zündete sie an. Er sah den Rauchschwaden einen Moment hinterher, bis sie von der Lüftung eingezogen wurden, bevor er sich wieder den Zahlen des Großauftrags zuwandte. Er nickte schwach für sich und schob die Unterlagen beiseite. Parallel spielte der Cortex einen von unzähligen, nervigen Jingles ein, worauf Dewin das Pad auf lautlos stellte.
      Beiläufig zog er an der Zigarette und griff zum digitalen Notizzettel. Er öffnete den Tab mit der Verteilung der Unterkünfte und sah sich die Auflistung an. Mit einer Fingerbewegung fügte er ein neues Feld ein und tippte einen Namen ein. Für einen Moment überlegte er, bis er die Eingabe bestätigte. Zufrieden legte er das Pad beiseite und genehmigte sich einen guten Schluck Kaffee.
      Dewin beschäftigte sich noch einige geschlagene Minuten mit den verteilten Sachen auf dem Tisch und sortierte schließlich den größten Teil. Zuletzt griff er sich wieder das Cortexpad und tippte mehrmals auf das nicht reagieren wollende Display. Seufzend schloss er die offenen Tabs... oder versuchte es zumindest... bis er wieder die Anwendung für die Cortex-Waves öffnete.
      Er wartete bis das Pad auf den Befehl reagiert hatte und wählte die Option für Sprachnachrichten.
      „Mister Drake“, setzte Dewin mit ruhiger Stimmlage an, „Ich wollte mich erkundigen, wie es aktuell um sie steht. Seit Aberdeen sind einige Monate vergangen und wir hatten leider keine Möglichkeit mehr ein Gespräch zu führen. Mich würde interessieren, ob sie noch vor Ort sind. Oder ob ihr Auftrag sie noch weiter ins Verse geführt hat. Mit bestem Gruß... Dewin Callahan.“
      Der Kapitän überlegte einen Moment und schickte nach einer kurzen Suche auf dem Pad die Wave schließlich ab.
      Neben dem Papiergeraschel und den dezenten Displaytönen der Pads, wenn Dewin sie bediente, war in der Kantine nichts zu hören. So trank er weiter von seinem Kaffee und blieb zuletzt bei den notierten Einkäufen hängen, die Alana in Sierra Dime Port getätigt hatte. Insgesamt hatte die Mechanikerin es geschafft einige gebrauchte, aber gute Teile zu ergattern. Dewin überflog die Liste an fremdklingenden Bezeichnungen, die vornehmlich mit für ihn wahllos wirkenden Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben bestanden.
      „Kompressionsspule FF37-29... 4 Stück, Kompressionspule SF356... 4 Stück, Leistungskonverter in adaptiver Bauweise ... 2 Stück, G-Tracker Standard 527, Spur... kompres...sionseinheit... mit Safe Trace... 2 Stück, Pulsstabilisator Standard Mk 3... 3 Stück, Konduktionskontrolleinheit AML 4, Thermosonde Standard Blue Sun Velvet B9... 8 Stück...
      Dewin rieb sich etwas die Stirn und überflog weiter die Liste auf der Quittung.
      „Aft Alternator Sonic T14... neuwertig, Steuerleitung M34-X Blue Sun... 50m, Datenleitung 5200 ITC... 25m, Beacon Submitter 7400 LR 5, Sync Box Whitecast 450X, Transportkiste Crate Series 4, Transportkiste M8 Fiber... 4 Stück, Duck Tape... 30 Stück...“
      Schließlich ließ der Kapitän die Liste lieber liegen und blickte auf das zweite Blatt mit der Endsumme des Einkaufs. Der Kaffee war indes gut abgekühlt und Dewin trank den Rest in einem Zug aus. Vorsichtig stellte er die leere Tasse wieder vor sich neben das Cortexpad und zog wieder an der Zigarette. Nur um festzustellen, daß sie ihm in der Zwischenzeit ausgegangen war. Etwas mürrisch griff er zum Feuerzeug und zündete den Rest der Zigarette erneut an.
      „Shiny“, kommentierte er und packte die meisten der Unterlagen endlich zusammen.
      Zum Abschluß ging er mit der Tasse wieder zur Kaffeemaschine und füllte etwas nach, die Zigarette behielt er im Mund und zog nur soweit daran, daß sie ihm nicht erneut ausging.

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    • Im grau-roten Wiederschein der Nachtbeleuchtung in Quartier 02 saß eine großgewachsene schlanke Gestalt tief über den kompakten Klapptisch gebeugt. Der stechende Geruch von Waschbenzin waberte aus der abgegriffenen kleinen Plastikflasche auf dem Schreibtisch und stieg von den über Tisch und Bett verteilten Einzelteilen eines demontierten klobigen Cortexpads auf, um lethargisch in der summenden Lüftung zu entschwinden. Caleb seufzte frustriert, als er von dem getränkten Stück grauen Zellstoffs in seiner rechten Hand aufblickte, mit dem er gerade die Blätter seines Microlüfters zum dritten Mal gereinigt hatte: Roter Staub. Er hatte fast eine halbe Stunde geduscht, seinen schwarzen Bowler sowie seinen mit Knittern und Falten verunstalteten mattschwarzen Anzug, das weisse Hemd und die braune Lederweste bis hinunter auf die gelbbraunen Lederstiefel gereinigt. Und wie eine mittelalterliche Plage rieselte dieser verdammte, chemisch-säureartig stinkende Staub aus Rost und schmierig schwarzem Öl aus dem Nichts auf die Tischplatte, den Reinigungslappen, über seine Hand, über seine Kleidung. Selbst aus dem Rand des Bowlers rieselte das verdammte Zeug in einem hauchfeinen Nebel vor seine Augen, als ob es ihn verspotten wollte. Als sein Blick auf seine leise tickende Taschenuhr in Sterlingsilber fiel, entfuhr ihm ein halblautes "Was für eine lange Nacht.". Er ließ den Lappen in den kleinen Papierkorb zu seinen Füssen fallen und massierte sich frustriert schnaubend das Nasenbein. "Höchste Zeit für einen Themenwechsel!" Damit packte er das kleine Notizbuch in schwarzem Leder, dass er auf seinem Schoß abgelegt hatte, und schlug es an der Seidenschnur auf. "Somit ist der Vorteil der klassischen Verschlüsselungsreihenfolge Substitution - Transposition die gesteigerte Reliabilität der Entschlüsselung bei langen Algorithmen auf Systemen mit eingeschränkter Rechenleistung. Dem gegenüber steht der Nutzen eines provozierten Absturzes des entschlüsselnden Systems und der folgenden Löschung der gebufferten Daten beim Neustart durch einen beigefügten Wurm-Typ Algorithmus." Caleb stand auf und legte das Notizbuch auf das klinisch sterile Weiss seines Kopfkissens. Er brauchte einen Kaffee, dringend. Vor allem wenn er einen klaren Gedanken fassen und in absehbarer Zeit irgendwelche produktive Arbeit erledigen wollte. Er öffnete die Quartierstür und schlurfte in den Gang. Dort drehte er sich wie ein Hamster in einem Labyrinth und ertappte sich selbst dabei, daß er "Wenn die Gästequartiere hier auf der Ebene sind, und der Eingang dort hinten, muss die Kantine irgendwo da sein." laut gesagt hatte. Mit einem Kopfschütteln klopfte er seine Weste ab und stapfte die Treppe hinauf.

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    • Dewin horchte auf, als jemand die Treppe des Aufgangs zur Kantine hinaufkam. Er drückte den Rest der Zigarette zügig aus, trank aus der Tasse und trottete gemütlich zur Küchenzeile hinüber. Vorsorglich stellte er drei Tassen auf den Tresen und die Kanne direkt daneben. Einige Augenblicke später stand er wieder bei den Unterlagen und machte aus Gewohnheit etwas Platz und räumte die Unterlagen beiseite. Nicht daß es bei dem großen Tisch aktuell notwendig gewesen wäre. Immer noch hätten sich bis zu ein Dutzend Leute hinsetzen können, aber Dewin ließ sich davon nicht beirren. Die türmten sich sauber gestapelt an seinem Platz, direkt daneben der Aschenbecher, in dem zwei ausgedrückte Stummel lagen.

      Wenig später sah der Kapitän zum Durchgang, der in den Frachtraum führte. Die Schritte kamen näher und er übte sich in Geduld, während er auf der Tischkante saß und die Arme etwas verschränkte. Schließlich erschien Caleb im Türrahmen, worauf Dewin ihm grüßend zunickte.
      "Mister Walker, schön daß sie hergefunden haben."
      Dewin ließ eine kurze Pause, damit Caleb wenigstens erst einmal eintreten konnte.
      "Entschuldigen sie noch einmal die sehr... abrupte Abreise in Sierra Dime Port", sagte der Kapitän und schmunzelte ausgesprochen breit. "Ich hoffe sie hatten nichts Wichtiges mehr dort zu erledigen, denn ich glaube in nächster Zeit werden wir so schnell dort nicht mehr landen."
      Er löste sich vom Tisch und rückte im Vorbeigehen einen Stuhl zurecht für den neuen Passagier.
      "Dafür möchte ich jetzt umso mehr Zeit aufbringen, ihren etwaige Fragen, Wünsche oder Anmerkungen zuzuhören. Ebenso werden sie den Rest der Crew sehr bald kennenlernen. Rene unseren Piloten haben sie ja bereits kennengelernt... und Alana. Gerne hätte ich für ein gutes Essen gesorgt, leider befindet sich aktuell unser Smutje nicht an Bord. Sehen sie bitte nach, daß das Essen vielleicht etwas schlichter ausfallen könnte. - Möchten sie vielleicht einen Kaffee? Keine Sorge... es ist kein Ersatz, sondern aus richtigen Bohnen."
      Dewin machte eine kurze, einladende Geste in Richtung des freien Stuhls neben seinem.
    • Caleb ging die letzten Schritte durch die Kantinentür entspannter, als die Schatten unter seinen hellblauen Augen vermuten ließen. Mit einem routinierten Salut, den er in der Bewegung in ein höfliches Nicken und Anheben des Bowlers verwandelte, schlenderte er zum Tisch." Captain." Damit griff er mit der Linken nach der angedeuteten Tasse und setzte sich etwas ungelenk auf den Stuhl. Er fixierte Dewin ein paar Augenblicke während er den ersten Schluck Kaffee nahm und mit der Rechten durch seinen rotbraunen Bart fuhr. Mit einem betonten "Danke." und einer zuprostenden Geste stellte er die Tasse auf den Tisch vor sich. "Entschuldigungen sind nicht nötig, vor allem nicht von Ihnen. Mir hätte bereits viel früher auffallen können, daß mit meinem mitreisenden Mr. Leeroy etwas nicht stimmte. Schon dieser gestellte "Navigationsfehler" und der Zwischenstop auf Beylix wirkten... ungewöhnlich. Weder die spontane Inventur von Unified Reclamation noch der Notstart eines guten Dutzends Raumschiffe auf einem Zehntel der dafür nötigen Startfläche haben irgendetwas mit mir zu tun und für das Schicksal der Laika 5 habe ich getan was ich konnte." Er nahm einen langen Schluck aus der Tasse, ließ den Blick über den Raum wandern und stellte dann wieder Blickkontakt her. "Ausserdem verdanke ich Ihnen diese Passage und einen neuen Auftrag. Ich vermute zwar nicht, daß sie diese Fragen meinten, aber wir werden noch einiges zu dem anstehenden Projekt klären müssen. Die nötigen Ersatzteile haben Sie ja bereits, und sobald ich meine Cortexpad gewartet habe, kann ich schon einmal ein paar Testprogramme zusammenstellen und auf dem Schiffs-Cortexknoten ein Leistungsprofil erstellen. Von da an werde ich ein paar Angaben benötigen, was die Leistung und Sicherheitsmaßnahmen angeht die Sie benötigen." Er zwang sich zu einem müden Lächeln. "Das Essen wird kein Problem sein, ich habe mich über die Jahre an Rationen gewöhnt. Lange Versorgungsfahrten bringen so etwas mit sich." Er blickte zu den sorgsam gestapelten Unterlagen und zurück. "Zu meinen persönlichen Fragen fallen mir im Moment nur zwei ein: Gibt es etwas Neues was unser Reiseziel angeht und sollte ich mir Gedanken um meine persönliche Sicherheit machen wenn wir erneut Sicherheitspersonal antreffen?" Dabei nahm er einen weiteren Schluck und wirkte nun etwas aufmerksamer.

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    • Dewin nahm wieder Platz auf dem Stuhl und zog seine Tasse etwas heran, gefolgt von einem Schluck daraus.
      "Zuerst hatte ich überlegt Constance anzusteuern. Dies wäre aber eine Entscheidung aus Nostalgie gewesen", sagte der Kapitän und schmunzelte schwach. "Und es wäre nicht unbedingt eine gute... alles voll mit Allianz. Ich plane Newhall anzufliegen, daß wir dort den Frachtraum füllen können oder vielleicht sogar den Siedlern unsere Hilfe anbieten. Am liebsten würde ich längere Zeit dort bleiben und mit einem vollbeladenen Schiff wieder abheben, um beides zu verbinden. Wenn dies anläuft würden wir zu den benachbarten Planeten springen, ich will Treibstoffzellen sparen. Soviel zu meiner derzeitigen Planung."
      Nun sah Dewin selber einmal zu dem Stabel an Unterlagen mitsamt beider Pads.
      "Die letzte Fuhre war nicht sehr lukrativ, es war mehr Verlust als Gewinn... auch wenn wir vieles an Ersatzteilen besorgen konnten. Dies will ich ändern, selbst wenn wir vornehmlich Fracht transportieren müssen. Wir haben genug Treibstoffzellen und mehr als ausreichend Verpflegung um es hier im Kalidasa länger auszuhalten. Ausnahme wäre, wenn wir einen guten Auftrag für eine Passage kriegen. Dafür würde ich derzeit auch zu den Core Planeten fliegen."
      Der Kapitän machte eine Pause und trank aus seiner Tasse. Routiniert nahm er die bereits gedrehte Zigarette zwischen Zeigefinger und Daumen, um sie dann leicht mit einer Seite auf den Tisch zu klopfen. Aber er machte keine Anstalten sie anzuzünden, sondern beließ es dabei den eingerollten Tabak etwas zu verdichten.
      "Also... Newhall wird das nächste Ziel. Und was ihre persönliche Sicherheit angeht...", sprach Dewin und winkte amüsiert ab. "... da machen sie sich keine Gedanken. Die werden erst einmal beschäftigt sein zu erfahren wer es hat durchsickern lassen. Das einige Schiffe so abrupt aufgebrochen sind wird die dortige Verwaltung weniger beschäftigen, als daß die sich durch die Netzwerke von Personen arbeiten müssen. Und was sind schon ein paar unabhängige Schiffe, im Vergleich zu einem etablierten, lokalen Netzwerk an Schwarzmarkthändlern?"
      Dewin schmunzelte breit und wirkte entspannt. Er trank wieder aus seiner Tasse und setzte zum Reden an, dabei holte er betont Luft und gab sich gespielt unschuldig.
      "Offiziell waren wir absolut verunsichert, warum so viele Schiffe plötzlich aufbrachen und sind zur Sicherheit ebenfalls direkt abgehoben. Und da wir keine Fracht einfach mitgenommen haben... haben wir keinen Schaden erzeugt. Da waren andere Schiffe weitaus voller beladen als unseres... auch wenn wir dank Rene die schnellsten waren. Selbst wenn eine Allianzkontrolle unser Schiff auf den Kopf stellen würden... sie würden nur korrekt erworbene Ware vorfinden. Und einen leeren Frachtraum."
      Nun zündete der Kapitän sich doch die Zigarette an und gönnte sich einen weiteren Schluck Kaffee bevor er mit seinem Monolog fortfuhr.
      "Und eher würden die Behörden mich heranziehen als sie, Mister Walker... einen unbescholtenen Passagier. Andernfalls sollten sie mir beizeiten durchgeben was sie darüber hinaus ausgefressen haben."
      Vielsagend hob Dewin eine Augenbraue und musterte den Mann ihm gegenüber aufmerksam. Für einen Augenblick herrschte eine auffallende Stille, begleitet von dem anhaltenden Schmunzeln auf dem Gesicht des Kapitäns.
      "Keine Sorge, Mister Walker. Es gibt kein Verhör. - Machen sie sich einfach keine Gedanken um ihre Sicherheit was die Behörden betrifft. Darüber hinaus...", sagte Dewin und hob anmerkend seine rechte Hand, inklusive der Zigarette. "... will ich in Zukunft noch jemanden dabei haben, der sprichwörtlich für die Sicherheit meiner Crew... neben mir... zuständig ist. Aber dies bleibt noch Zukunftsmusik."
      Zuletzt lehnte sich Dewin etwas zurück und deutete an, daß er sich nun endlich ausgesprochen hatte.
      "Nun... ich hoffe, daß meine etwas längere Ausführung ihre Fragen zufriedenstellend beantworten konnte."
    • Caleb hatte sein Gegenüber während des Gesprächs sehr aufmerksam betrachtet und seinen Becher bereits geleert. "Also steuern Sie ihr Schiff zu einem Urlaubsplaneten, um reiche Touristen und hochreines Wasser zu transportieren. Ich muss zugeben, das beantwortet meine Fragen soweit und beruhigt mich weit effektiver als Ihre anscheinend sehr humorvolle Ansicht zur Sicherheitslage im Black und auf Randplaneten. Ich arbeite nun seit 20 Jahren in meinem Gewerbe und der Tag, an dem ich mir keine Gedanken um Sicherheitsfragen mache, ist der Tag, an dem ich meine Existenzberechtigung verliere. Daß Sie sich Gedanken über eventuelle illusorische Straftaten und Gefährdungen meinerseits oder 'was ich ausgefressen habe' machen und nicht über die Kapazitäten Ihres Teams im Bezug auf Reaver, Piraten, konkurrierende Schmuggler und ähnliche Bedrohungen, die mein Status als Passagier herzlich wenig interessieren wird, verunsichert mich etwas. Sobald ich dieses Projekt beendet habe, wird jemand, der an Ihren Aktivitäten und Geheimnissen interessiert ist, früher oder später über mich stolpern, nicht andersherum. Sollten Sie also selbst oder eines Ihrer Crewmitglieder oder Passagiere 'etwas ausgefressen haben' lege ich Ihnen in meiner Funktion als Sicherheitsfachmann ans Herz, mir zusätzliches Personal zur Verfügung zu stellen, falls nötig. Außerdem ist der Wunsch in Sicherheit zu investieren zwar löblich, aber an sich zu exakt 0% effektiv. In meiner Karriere bin ich nicht einmal an einer Firewall, einem Proxy oder einer Verschlüsselung gescheitert, die der Besitzer 'gerne gehabt hätte'. Auf der Plusseite, falls Sie sich statt für Personal für elektronische Sicherheit interessieren, kann ich Sie beraten." Er hob den Bowler und fuhr sich über seine Glatze. "Doch zurück zum Thema: Ich kann von hier aus am Cortexknoten Einiges erreichen, aber falls Sie eher an einer gesicherten Verbindung zwischen zwei Knoten, also zu einer Station oder einem bestimmten Schiff interessiert sind, sollten wir uns Gedanken darüber machen wie die Modifikationen am Zielknoten ablaufen sollen. Und ich denke, es wäre jetzt mal an mir Ihre Fragen zu beantworten, Sie haben da sicher ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen." Damit blickte Caleb mit verschränkten Armen über den Tisch.
    • Dewin hörte Caleb ebenso aufmerksam zu und hob eine Augenbraue, als dieser es kommentierte. Er nahm einen Zug von der Zigarette und nickte knapp.
      "Hier draußen ist entweder ein Team mit entsprechenden Kapazitäten gefragt... oder aber sie haben zuerst einen sehr guten Piloten."
      Der Kapitän machte eine Pause, drehte die Zigarette etwas zwischen den Fingern und zog beiläufig daran. Gemächlich beugte er sich etwas nach vorne, den Blick wieder auf Caleb gerichtet.
      "Ich bevorzuge den guten Piloten. Egal ob sie Reaver... Piraten... oder sonst wen nehmen, den sie hier draußen antreffen können. Wir halten den Kopf unten und ich will niemanden von meiner Crew in der Schusslinie sehen", sprach Dewin nun etwas ernster. "Gilt auch für Passagiere. - Dafür kann ich mir aber eher Gedanken um die Personen machen, die ich an Bord nehme."
      Mit einem Mal tauchte das Schmunzeln wieder auf seinem Gesicht auf.
      "Und so abwegig ist es gar nicht, sich darum Gedanken zu machen ob sie, Mister Walker, vielleicht noch etwas... sagen wir... strafrechtlich Relevantes... mitbringen. Meiner Crew und diesem Schiff kann ich trauen. Ihnen zuallerst nicht. Es ändert aber nichts daran, daß wir ein Einvernehmen haben für diese Passage und ich halte mich an die Absprache."
      Dewin nahm einen guten Schluck aus der Tasse und nickt bekräftigend, bevor er mit dem Gespräch fortfuhr.
      "Womit wir bei ihrer Aufgabe wären. Zuerst... weiteres Personal werde ich ihnen schwer zuteilen können, außer sie schaffen es mich zu überzeugen. - Was ich von ihnen brauche ist eine über den üblichen Standard gesicherte Cortex-Verbindung... heißt... ich will möglichst sicherstellen, daß wir von außen keine ungewünschte Zugriffen auf die wichtigen Schiffssysteme oder den Cortex Beacon bekommen. Mir ist bewusst, daß es diesbezüglich keine absolute Sicherheit gibt, aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit für interne Sicherheitsprotokolle die in Zyklen die eigenen Systeme gesondert prüfen. Firewall... Sandbox... Hauptsache es kommt erst einmal nichts rein. Und für den Fall, daß dies doch geschieht... wie kann es möglichst von den anderen Systemen im virtuellen Raum ferngehalten werden. Über Modifikationen an einem der Zielknoten kann ich keine Aussage treffen, da dies nicht mehr mein Schiff betrifft. Dies würde ich separat besprechen müssen mit einem alten Freund. Daher konzentrieren sie sich erst einmal auf die Umgebung dieses Schiffes."
      Der Kapitän machte eine kurze Pause und trank aus der Tasse.
      "Reicht ihnen dies als grobe Beschreibung? Wenn sie so bereits Einiges am Cortexknoten hier erreichen können, ist dies ein guter Anfang. Bisher sind die Cortex-Systeme älteren Datums und auf... für sie wahrscheinlich... gewohntem Standard."
      Dewin zog noch einmal an der Zigarette.
      "Auf Newhall werden sie ansonsten viel Zeit dafür haben, sich alles erst einmal anzusehen. Aber wir werden uns nicht bei den reichen Touris aufhalten."
    • Caleb hatte sich während des Gesprächs an den Tisch gebeugt und seine Tasse nachgefüllt, dabei jedoch sporadisch genickt. Mit einem trockenen Husten gefolgt von einem Blick auf seine rechte Hand ergriff er wieder das Wort:"Und solcherlei Bedenken gehören mit Sicherheit zu Ihren Aufgaben, und das weiß ich zu respektieren und zu würdigen. Dennoch, und das sage ich in meiner Funktion als Berater in Sicherheitsfragen: Ich bin weder kriminell noch eingeschränkt Vertrauenswürdig. Ich werde bald meine Arbeit im Cortexsystem Ihres Schiffes beginnen, und bis dahin sollten jegliche Missverständnisse und Misstrauen ausgeräumt sein. Was nämlich ansonsten passieren wird ist, daß ich interne Routinen, Fallbacks und Firewalls einrichten werde die Ressourcen binden und eventuell Zugang einschränken. Diese werden Sie dann von jemand anders kontrollieren, verfälschen und umgehen lassen, da Sie mir ja nicht trauen. Das öffnet wieder neue Hintertüren, reduziert die Leistung und führt jegliche Arbeit die ich hier leisten kann ad Absurdum."Dabei blickte er in Dewins Richtung mit dem Ausdruck eines Wissenschaftlers der seinem Sponsor seinen Versuchsaufbau zu erklären versucht."Wenn das geklärt ist kann ich drei Vorgehensweisen anbieten: Nummer eins beschränkt sich ausschliesslich auf die Verschlüsselung einer Cortexverbindung. Das ist bis zu meinem Standard und unter Vorraussetzung, daß keine Schäden und Fehler am vorliegenden System bestehen, in Tagen bis Maximal einer Woche zu schaffen und verhindert einige Fremdzugriffe wenn sie über die Cortexverbindung eintreffen. Möglichkeit zwei ist die Isolation einer verschlüsselten zwei-Wege Verbindung."Er seufzte und schien beim massieren seines Nasenbeins nachzudenken." Diese Methode hinterlässt keine Spuren, nicht mal verschlüsselte Fragmente wie die erste Variante, es sei denn der elektromagnetische Austausch der Informationen wird auf dem Weg gemessen, abgegriffen, rekonstruiert und dann entschlüsselt. Das bedeutet ein Schiff oder eine Station die Ihnen oder dem Addressaten folgt, fortgeschrittene Sensoren und einen Chiffrierungspezialisten samt Equipment sowie einiges an Arbeitszeit. Das bedeutet für Sie mehrere Wochen Softwarearbeit, Zugang zum empfangenden Schiff da Systeme angeglichen und eventuell Hardware eingesetzt werden muss falls" dies betonte er mit einer deutlichen Verbeugung" beide Schiffe die benötigte Rechenleistung neben Navigation, Lebenserhaltung, Zielsystemen etc. pp. bereitstellen können. Außerdem ist dieser Weg anfällig gegen Interferenzen und Magnetstürme, abhängig von Hardware und Leistung. An der Angreifbarkeit ihrer IT am Schiff ändert dies natürlich bis auf meine Standardüberprüfung der Software- also bekannte Hintertüren, Schadprogramme und Antiviren-Firewall Kombination exakt gar nichts." Caleb nahm einem tiefen Schluck und blickte Dewin direkt in die Augen, wohl um nachzusehen ob dieser ihm noch folgen konnte." Da sie mir soweit zugehört haben: Hardware bedeutet Elektronikarbeiten und somit Personal hier auf dem Schiff, wenn die Arbeitszeit nicht ins Absurde steigen soll. Desgleichen gilt auf dem Empfängerschiff, egal ob da qualifiziertes Personal die Arbeit übernimmt oder wir ein Treffen arrangieren und ich mit Unterstützung dort weiterarbeite. Nummer drei wünschen Sie sich natürlich in einem kleinen Nebensatz, da Sie keine Ahnung haben was es wirklich bedeutet." Er setzte ein etwas niedergeschlagenes Lächeln auf "Ich meine das keinesfalls beleidigend oder herablassend aber: Ein Cortexknoten ist in seiner Essenz, also in seiner absoluten Grundfunktion ein elektronisches Leuchtfeuer. Also als Sinnbild eine unermesslich starke Fackel in der Dunkelheit, an der alle anderen die im Black Unterwegs sind Ihre Position erkennen um Sie nicht zu rammen, um Hindernisse zu umgehen und zu kommunizieren indem die anderen wiederum Signale senden und Ihr Schiff warnen. Ihr Navigator und somit das Schiff kann ohne dieses Licht nicht fliegen ohne früher oder später zu havarieren, schon garnicht auf langen oder belebten Strecken. Deswegen Scannen Patroullien und Stationen nach 'modifizierten' und 'defekten' Knoten. Dieses Licht, also den einfliessenden Datenstrom, der auch mögliche Zugriffe auf das Schiff beinhalten kann, so zu filtern und Ihr Schiff so zu Isolieren, daß keine mir bekannte Manipulation von aussen möglich ist, wäre eine herkuläische Aufgabe die die KOMPLETTE" Er zog das letzte Wort betonend in die Länge."Revision ihres Systems, aller laufenden, vorhandenen und Backup-Prozesse, einen Elektronikspezialisten, die Kontrolle sämtlicher Hardware und deren Isolation- elektronisch, elektrisch und magnetisch erfordern würde. Also mehrere Monate, genauer kann ich da beim besten Willen nicht sein. Und sollten bei diesen Projekten irgendwelche Altlasten in Form von Schadprogrammen, Wanzen, Hintertüren oder Mitwissern vorliegen-"Er holte tief Luft." ist die komplette Arbeit und alle Anstrengung von vornherein zum Scheitern verurteilt." Er atmete hörbar aus, nahm einen Schluck und fuhr fort. "Sie sehen also mit Sicherheit ein, weshalb Ihr Vertrauen mir und meiner Arbeit gegenüber für mich ein limitierender Faktor in dem ist, was hier machbar wäre." Damit blickte er erneut mit einer erhobenen Augenbraue in Richtung Dewin. Er schien auf irgendetwas zu warten.

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    • Dewin zog gerade an der Zigarette und schenkte Caleb wieder das Schmunzeln, als dieser ihn abwartend ansah. Nachdenklich trommelten die Fingerspitzen des Kapitäns für einen Wimpernschlag auf dem Tisch, bis er sich wieder regte und ein dezentes Nicken folgte. Kurz wanderten seine Augenbrauen hoch, wobei er eine oben behielt und sich einen weiteren Zug von der Zigarette genehmigte, bevor er langsam zum Sprechen ansetzte.
      "Ich stelle ihnen 300 Credits zusätzlich als Budget", sprach er ihn gedehnter Tonlage. "Kein zusätzliches Personal, mehr ist erst einmal nicht drin. - Aber sind wir nicht an einem limitierten Vertrauen gebunden, Mister Walker."
      Wieder nahm er einen Zug, wog etwas in Gedanken die Kaffeetasse in der Hand und nahm wieder einen Schluck daraus.
      "Die erste Option ist derzeit das Einzige, was realistisch bleibt... die zweite Option bleibt eine mögliche Planung, die dritte ist derzeit einfach nicht möglich. Falls es ihnen hilft, kann ich als Unterstützung Alana zuteilen. Sie kennt neben dem Piloten das Schiff am besten, vor allem die technischen Eigenheiten... auch wenn sie keineswegs eine Programmiererin ist."
      Schließlich drückte Dewin die Zigarette aus, legte die Hände ineinander und lächelte vor sich hin.
      "Und ich danke für die Ausführung über den Cortex Beacon, soweit war ich sogar als Laie bisher informiert. Auch wenn mir die Tiefe der Thematik natürlich fehlt, geschweige das technische Verständnis um die effektive Funktionsweise auf Systembasis innerhalb der Schiffe und wie sie jetzt genau miteinander kommunizieren. Aber genau dafür wollte ich sie an Bord haben."
      Dewin machte eine kurze Pause, wollte wieder ansetzen... wurde jedoch jäh von einem neuen Intermezzo an Advertisments vom Cortexpad unterbrochen. Er verdrehte leichte die Augen und stellte das Pad komplett auf lautlos, bevor er sich wieder dem neuen Passagier zuwandte.
      "Behalten sie bitte auch bei, solche technischen Belange wie eben gegenüber der Crew auszuführen, auch wenn es vermeintlich für uns langweilig klingen mag. Dies schließt mich natürlich ein."
      Noch ein letztes Mal zog der Kapitän an der Zigarette und drückte sie in Ruhe aus.
      "Vorab danke für ihre klaren Worte, Mister Walker", sprach Dewin und sein Gesicht hellte sich etwas auf, "Dann werden Alana und sie zusammenarbeiten... ich denke sie werden sich gut einfinden."
      Ein breites Schmunzeln setzte er flüchtig auf.
      "Apropos... mögen sie eigentlich Katzen?"
      Die Frage mochte geradezu wahllos geklungen haben, aber an der Mimik von Dewin war zu sehen, daß er zwar amüsiert war... sie dennoch ernsthaft in Calebs Richtung gestellt hatte.
    • Caleb lehnte sich im Stuhl zurück und legte die Hände ineinander. "Das klingt auch für mich in Betracht unserer Übereinkunft als die sinnvollste Variante. Und in den meisten Fällen sollte ein ordentlich gewartetes System mit entsprechenden Gegenmaßnahmen wie besprochen einen ausreichenden Schutz für Ihre derzeitigen Bedürfnisse darstellen. Ich vergaß das zu erwähnen, da ich eher ein Freund guter Vorbereitung bin, aber im akuten Fall eines Übergriffes auf das System könnte ich natürlich auch selbst an einer Konsole entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Also manuell Zugriffe einschränken oder fremde Systeme manipulieren. Das ist aber Erfahrungsgemäß weniger effizient." Er leerte seine Tasse und schob sie etwas weiter auf den Tisch.
      "Dann freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit ihrer Mechanikerin, wobei ich denke, daß erstmal nur ein paar Ersatzteile ausgewechselt werden müssten, wenn überhaupt." Bei Dewins letzter Frage hob sich lediglich seine linke Augenbraue."Katzen?" Es schien einige Augenblicke zu dauern bis er sich auf das Thema einließ.
      "Sprechen wir von Felis Felidae, Felidae oder Feliformia? Nun, wenn Sie fragen ob ich diese 'mag' scheint die Differenzierung redundant. Ich finde den physiologischen Aufbau sowie die Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit einiger Großkatzen beeindruckend."
      Er blickte etwas fragend zu Dewin herüber. "Demgegenüber bin ich erstaunt darüber, daß sich die schwächeren Felis Felidae stärker im bekannten Raum verbreitet haben obwohl ihre primäre Funktion in der Koexistenz mit dem Menschen, also die Jagd auf Nagetiere, durch Fortschritte in der Pestizidentwicklung völlig uninteressant geworden ist. Ein absolutes Gegenbeispiel zu Darwin's Theorie, nämlich ein Überleben nicht des stärksten, sondern der Gattung, die einigen Menschen durch Erfüllung des Kindchenschemas als "Erhaltungswürdiger" erscheint. Da ich seit meinen jungen Jahren mein Leben auf Schiffen oder in Reinräumen verbracht habe, hatte ich mit Tieren praktisch keine Berührungspunkte. Ich könnte da nicht ehrlich behaupten, daß ich besondere Sympathien oder Antipathien gegenüber Katzen, Vögeln, Echsen oder Insekten empfinde. Alles hat in einem geschlossenen Ökosystem seine Daseinsberechtigung." Er zuckte mit den Schultern.
      "Ich sehe Hunde, Reittiere oder Schlachtvieh unter entsprechenden Umständen als recht nützlich an, aber von Sympathie würde ich da weniger sprechen als von einer Art 'Respekt vor dem potenziellen Nutzen einer Spezies'." Er streckte sich ein wenig auf dem Stuhl. "Ich denke das beantwortet Ihre Frage?"
    • "Mehr als genug. Sie sind ihnen nicht abgeneigt... dies reicht. Dann kann ich zumindest annehmen, daß dieses ausgeprägte Interessensgebiet von Alana über die Gattung Stubentiger ihnen nicht in die Quere kommt", sprach Dewin in geradezu formeller Tonlage.
      An seinem Gesicht konnte man dennoch ablesen, daß er Spaß an der Antwort hatte.
      "Auf diesem Schiff haben wir selber keine Tiere, dies vorweg. Wir übernehmen auch nicht den Transport solcher."
      Der Kapitän fügte dies eher beiläufig an und leerte die Tasse. Kurz blickte er auf, als sein Cortex-Pad sich meldete und eine Wave im Eingang verzeichnete. Lediglich flüchtig warf er einen Blick auf das Display und wendete sich alsbald wieder Caleb zu.
      "Darüber hinaus... ich hoffe ihre jetzige Unterkunft sagt ihnen zu. Über die Holzklasse hinaus können wir Passagieren leider nicht mehr vorschlagen. Aber wenn sie noch Wünsche oder Anmerkungen haben, lassen sie es mich wissen. Vielleicht können wir noch etwas arrangieren."
      Er machte nur eine kurze Pause, bevor er dann wieder weitersprach.
      "Nehmen sie sich jetzt ansonsten noch etwas Zeit, sofern sie sie brauchen. Als Nächstes würde ich sie direkt Alana wieder vorstellen, diesmal etwas ausführlicher. Immerhin werden sie beide dann zumindest die nächsten Tage... oder Woche... zusammenarbeiten. Je eher sie sich miteinander vertraut machen, umso besser.
      Gemächlich stand er auf und wollte sich in Richtung der Küche machen, hielt aber inne und sah zu Caleb.
      "Einen weiteren Kaffee? Oder etwas zu essen?"
      Dewin wartete in aller Geduld auf eine Antwort von Caleb und machte keine Anstalten, daß er es irgendwie eilig hatte.
      "Ich glaube wir haben vielleicht sogar noch Obst da."
    • Caleb legte die Hände auf die Tischplatte."Solange die Arbeiten gewissenhaft durchgeführt werden kann Miss Alana gerne einen Hut aus Aluminiumfolie oder eine alte Duschgardine tragen, solange Sie darin arbeiten kann. Falls sie in absehbarer Zeit unter den Katzenaufklebern eine Gardeuniform mit Farbe und Orden anlegt werde ich ein kurzes Gespräch mit ihr führen und dann in meinem Quartier weiterarbeiten. Ich habe schon in recht komplexen Teams gearbeitet und kann Sie da nur beruhigen, ich bin da ziemlich lösungsorientiert. Jetzt wo Sie es erwähnen wäre eine kleine Mahlzeit durchaus angebracht, ich habe jedoch noch einige Rationspakete im Quartier und wollte mein Pad noch einrichten, das würde ich dann kombinieren." Dabei griff er zur Kaffeekanne und begann beiden etwas nachzugiessen."Das Quartier ist absolut ausreichend, um nicht zu sagen opulent im Vergleich zu dem was ich gewohnt bin. Ich nutze das Platzangebot gerade um meine Ausrüstung zu warten. Wo Sie es erwähnen, wären da jedoch noch zwei logistische Fragen: nämlich ob die Transportkisten im Flur vor den Gästequartieren eingelagert werden können, um die Wege freizuhalten. Und hatten Sie in der Vergangenheit einen Passagier Namens 'Jules Stash'?"
    • Dewin nickte Caleb dankend zu, als dieser ihm ebenso die Tasse füllte.
      "Der Flur vor den Gästequartieren ist ziemlich groß... jeder kommt ohne Weiteres sogar in die Krankenstation, wenn es sein muss. Da habe ich keine Bedenken. Und Passagiere hatten wir einige im letzten Jahr...", sprach der Kapitän mit ruhiger Stimme, hob kurz die Schulter und trank.
      "Aber woher genau der Name?", fragte er beiläufig und mustert Caleb etwas. "Suchen sie jemanden?"
      Dann stutzte der Kapitän für einen Moment.
      "Außerdem wusste ich gar nicht, daß da noch Transportkisten herumstehen."
      Mit der Frage schlenderte Dewin mit fragend hochgezogenener Augenbraue hinter die Küchenzeile und öffnete den Kühlschrank. Praktisch, funktionaler Militärstandard war dieser. Kurz blinzelte er, als ihm das kühle Licht entgegenschien und befand sich auf der Suche nach etwas Essbarem. Davon war sogar reichlich vorhanden und nichts davon bestand aus den gewöhnlichen Fertigprodukten, die man sich vielleicht üblicherweise für die Reisen im Black einlagern würde.
      "Fern dessen... meine Passagierlisten gebe ich nicht einfach raus. Diskretion, sie verstehen."
      Sehr ordentlich war der Bereich des Kühlschanks eingeräumt. Das Gemüse war akkurat getrennt und gestapelt in verschiedenen Schubladen, sortiert nach der Länge der Lagerungszeit. Hier und da tauchten mittlerweile die ersten Lücken auf, weil scheinbar nicht direkt alles frisch nachgekauft wurde, aber es wurde dennoch darauf geachtet die bestehende Ordnung nicht zu unterbrechen. Gleiches galt für das wenige Obst, welches hier noch vorhanden war. Da waren einige appetitlich frischgrüne und mit Rot und Gelb marmorierte Äpfel vorhanden, noch drei Mandarinen, eine Fülle an Trauben und ebenso noch ein Rest Blaubeeren. Frische Gewürze standen nach Name und Nuancen sortiert in den Ablagen der Türe oder in ihrem eigenen kleinen Bezirk des Kühlschranks, wo es nicht zu kalt war. Nur die Ablage wo sonst die Eier gerne gestapelt wurden war mahnend leer... wurde aber dennoch nicht mit anderen Dingen zugestellt. Lediglich Fleisch suchte man auf den ersten Blick hier vergeblich, gewöhnlich war sowas auch eingefroren für längere Lagerung. Auf den zweiten lagen aber ordentlich verpackt einige Bauchspeckstreifen in einem abgedeckten gläsernen Behältnis, möglichst abgeschirmt von Obst und Gemüse und thronte in eine der oberen Ablagen, in perfekter Griffreichweite. In direkter Nähe lagen mitunter Salamis am Stück und markierten hier deutlich das Territorium der Fleischwaren.
      Der gesamte Inhalt war schon fast mit der Präzision eines Beamten vom Katasteramt eingeräumt. Nicht ein Lauch wagte sich auch nur ansatzweise mit seinem Grün in den anständig zugewiesenen Platz des Kohls. Und der Kohl hatte streng die interne Einteilung zwischen Form und Farbe einzuhalten, ohne vom Blattspinat unterwandert zu werden. Hier hatte jemand viel Zeit und Mühe investiert, daß alles seinen korrekten Platz hatte. Unweigerlich mochte man zugleich an eine teutonisch lautmalerische Betonung des Wortes "korrekt" denken, während der Blick über die Parzellen der stetigen Frischehaltung wanderte. Selbst fremden Personen, die diesen Kühlschank öffneten, konnte einfach nicht entgehen daß hier eine Entität der Obrigkeit über den Kühlschrank zu wachen schien. Kurzum: Es wurde alles verflucht gut aufgeräumt. Und ebenso versuchte man es auch scheinbar einzuhalten.
      Dewin zog eine der durchsichtigen Schubladen zu sich und nahm ein paar Äpfel heraus, dazu die Mandarinen und trennte eine Handvoll Trauben ab. Behutsam schloss er die Kühlschranktüre wieder und legte das Obst auf einen Teller. Aus einem metallenen Behälter, der sich als Brotkasten herausstellte, nahm er ein paar Scheiben heraus, die auf einen zweiten Teller gelegt wurden. Es vergingen einige Augenblicke, in denen Aufstriche, Butter und noch ein Teil der Salamis am Stück dazukamen. Es versammelte sich eine kleine Brotzeit auf dem Tresen mit Obstbeilage, die Dewin schließlich wieder zu Caleb bugsierte. Zuletzt hatte er sich noch ein Messer aus einer Schublade geangelt und stellte es dem neuen Passagier nacheinander direkt vor ihm ab.
      "Wèikǒu hǎo", sprach Dewin und nahm wieder bei ihm Platz.

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    • Caleb griff mit einem Lächeln nach einem Apfel und begann diesen an seiner Weste abzureiben.
      " Ich frage nur nach, da unter der Koje in Quartier 02 noch eine Weinkiste mit Unterlagen in Seidenpapier steht. Auf dem alten Etikett stand 'Jules Stash: Finger weg!'"
      Damit griff er das Messer und zerlegte den Apfel säuberlich in kleinere Happen. Im Anschluss trocknete er das Messer grob mit einem weißen Stofftaschentuch ab und legte es zurück auf den Tisch.
      "Ich brauche den Platz wie gesagt nicht, kann die Kiste verräumen wenn Sie wollen oder Sie melden sich einfach bei Bedarf." Er zuckte mit den Schultern und nahm abwechselnd Kaffee und Apfel zu sich.
    • Dewin nahm sich einige Trauben und begann sie zu verspeisen.
      "Ich räume die Sachen beiseiten, aber danke für ihr Angebot, Mister Walker. Verzeihen sie bitte diesen Umstand, ich nahm nicht an, daß Neuzugänge auf diesem Schiff erst einmal über die Sachen Anderer stolpern müssen", sprach der Kapitän und lächelte schief. "Werde ich aber klären."
      Er atmete kurz demonstrativ aus und trank aus der Kaffeetasse.
      "Nun denn... dann bleibt nur noch, daß sie erst einmal in Ruhe essen können. Falls sie neben Kaffee etwas Anderes haben wollen, wir hätten auch Tee hier. Vielleicht sogar noch eine Verse-Brause."
      Er kaute zufrieden auf zwei Trauben und schluckte, bevor er weitersprach.
      "Mit was für einem Schiff waren sie jetzt genau in Sierra Dime Port gelandet? Es klang nicht nach einem der üblichen Transporter, zumal sie erwähnten, daß Siedler an Bord gewesen waren?"
      Und schon schob der Kapitän sich die nächste Traube in den Mund, sein Blick ruhte geduldig auf Caleb, der ebenso mit dem Obst beschäftigt war.
    • Caleb nahm den Rest des Apfels zu sich und lächelte höflich.
      "Ich dachte, Sie hätten das Schiff am Dock gesehen? Ein CL 54 Cargo Lifter im Auftrag des Verse Postal Service, mit einer jungen dreiköpfigen Familie, Mr. Leeroy und mir als Passagiere an Bord. Die Eltern nannten sich Siedler, da sie wohl in ihrer ökonomischen Lage ihrer Vorstellung einer Familie nicht gerecht werden konnten. Ich glaube sie suchen eine neue Heimat im Verse, und ich wünsche der Familie viel Erfolg damit, kann mir aber nicht ganz vorstellen wie das hier relevant ist."
      Er stand auf, streckte sich und stellte die Tasse beiseite.
      "Wenn das alles ist, ich bin dann in Quartier zwei und warte mein Equipment. Falls sich noch etwas ergibt, kommen Sie doch vorbei oder melden sich über Interkom."
      Damit machte er sich mit einem leichten Nicken auf den Weg aus der Kantine.
    • "Reine Neugierde, ich glaube kein Siedler würde unter normalen Umständen freiwillig Sierra Dime Port ansteuern. Daher meine Frage zu den Passagieren auf dem Schiff", fügte Dewin ruhig an und nickte leicht.
      Er aß die letzten Trauben auf und trank etwas Kaffee hinterher.
      "Bis später, Mister Walker. Im Zweifelsfall melde ich mich über das Intercom, jetzt gerade gibt es keine Eile."
      Der Kapitän sah ihm einige Momente nach und widmete sich schließlich wieder dem Essen, daß er auf den Tisch gestellt hatte. Das Meiste davon hatte Caleb nicht angerührt und so räumte Dewin fast alles so zurück, wie er es aus dem Kühlschrank oder der restlichen Küche geholt hatte. Lediglich die Teller ließ er auf der Ablage, damit sie später kurz gesäubert werden können. Einen Apfel behielt er noch für sich und reinigte ihn beiläufig unter laufendem Wasser. Noch während er auf dem Weg zurück zum Tisch war, machte er einen kurzen Umweg über das Intercom und öffnete routiniert einen Kanal zum Cockpit.
      "Hey Rene... noch ist Kaffee ist da. Ansonsten bringe ich dir später was vorbei."
      Dewin wartete gar nicht auf eine Antwort, es war eine rein informative Meldung an den Piloten. Mit einem Schmunzeln peilte der Kapitän wieder den Tisch an und nahm Platz. Mit der rechten Hand führte er den Apfel zum Mund und biss deutlich hinein, die linke griff nach dem Cortexpad, welches er auf stumm geschaltet hatte. Das Display zeigte mit einem kleinen Symbol am Rand an, daß es noch ungelesene Nachrichten gab. Ruhig kauend
      lehnte Dewin sich zurück und öffnete den Eingang für die Waves. Einige von den neuen Nachrichten wurden direkt ungelesen gelöscht, vornehmlich Werbung. Der Apfel gab ein frisches Knacken von sich, als Dewin erneut ein großes Stück abbiss und er dabei die letzten Waves aufmerksam las. Sash hatte ihm geschrieben, er war mit dem Rest laut Nachricht gerade auf Santo. Der Kapitän überlegte eine Weile, nachdem er alles gelesen hatte und beendete die kleine Mahlzeit, in dem er den Überrest des Apfels dekorativ neben seinen Stapel an Unterlagen legte.

      Schließlich zog Dewin die integrierte Tastatur aus dem Pad und begann kurzerhand eine Antwort zu schreiben.
    • Etwa 5 Minuten später:

      Summer schloss eine Wartungsklappe und verräumte das gerade verwendete Werkzeug mit ihrer üblichen Akribie.
      Sie blickte auf ihren Armbandcomputer, dessen Display den Wartungsplan der aktuellen Schicht anzeigte und nickte zufrieden.
      Sie war solide 13,7 Minuten vor der Zeit, was bei weitem genügte, um in der Messe auf eine Tasse Kaffee Halt zu machen.
      Mit nicht lautem, aber vernehmbarem KLACK-KLACK beschlagener Stiefel verließ Summer den Maschinenraum in Richtung Messe.

      "Guten Abend, Captain." sagte sie in Dewins Richtung und als sie sah, dass dieser beschäftigt war, verlagerte sie um ihn nicht zu stören ihr Gewicht auf die Fußballen, so dass von dem KLACK-KLACK ihrer Schritte nur noch ein leises TAP-TAP verblieb und ging dann gezielt zur Anrichte, wo sie sich eine Tasse Kaffee einschenkte.

      Um Dewins Privatsphäre zu respektieren nahm sie am anderen Ende des Tisches Platz, legte ein Pad mit einer technischen Zeitschrift vor sich
      und fischte ein Zigarette aus einer Gürteltasche, die sie sich mit einem kurzen SWOOOOOOSH! der Lötlampe aus ihrer Werkzeugtasche anzündete.
    • Dewin hob aufmerksam den Kopf als Summer und unterbrach das Schreiben.
      "Knapp unseren neuen Passagier verpasst", bemerkte er schmunzelnd und nickte ihr kurz zu. "Wir haben noch etwas Essen übrig, falls du eine Mahlzeit einwerfen willst. Mit dem großen..." Dewin sah kurz auf die Schiffsuhr. "... Abendessen warten wir noch etwas. Mister Walker, besagter neuer Passagier, wird dann auch die Gelegenheit haben die aktuelle Crew in Gänze kennenzulernen."
      Er schrieb noch etwas auf dem Pad zu Ende und schickte die Wave schließlich ab. Es war nur eine kurze Unterbrechung, schließlich fügte er noch etwas an.
      "Wir mussten Sierra Dime Port zwar etwas überstürzt verlassen, konnten dafür aber neben den Ersatzteilen einen Passagier gewinnen. Besser noch... er wird für uns arbeiten und sich die Systeme der Remedy ansehen. Im Gegenzug bleibt er bis dahin an Bord, ich biete ihm Kost und Logis."
      Dewin drehte sich gemütlich eine Zigarette.
      "Nur daß du dich nicht wunderst, warum hier ein unbekanntes Gesicht durch das Schiff geistert... solltest du ihn vor dem Abendessen antreffen."
      Der Kapitän deutete kurz auf die Unterlagen.
      "Es wurde ziemlich aufgestockt was die Ersatzteile betrifft. Alana meinte, daß zwar immer noch grundlegende Sachen fehlen... aber so langsam füllt sich der Frachtraum, daß wir nicht für jedes Teil schauen müssen, ob wir es beim nächsten Handelsschiff, Skyplex oder Planeten finden."
      Dann zündete er die Zigarette an und beendete seinen kleinen Monolog andeutungsweise.
      "Und... bevor ich es vergesse: Newhall wird unsere nächste Anlaufstelle. Aber dazu später mehr, wenn die Truppe gemeinsam isst."
    • Summer nickte Dewin bestätigend zu und nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.
      "Danke, bis zum gemeinsamen Essen werde ich vermutlich nicht vom Fleisch fallen." sagte sie mit einem angedeuteten Lächeln.
      "Welche Veränderungen der Schiffssysteme schwebt Ihnen denn vor und kann ich dabei behilflich sein, Sir?
      Da ich jetzt weiß, dass wir einen Passagier haben, kann ich ihn womöglich unterstützen."
      Bei den anderen Besatzungsmitgliedern hatte sie sich zumindest im Außerdienstlichen einen etwas vertraulicheren Tonfall angeeignet,
      doch der Captain war und blieb eine Respektsperson, was sich ihrerseits in einem entsprechend formelleren Ton äußerte.

      Sie tippte auf ihrem Armbandcomp herum und rief Alanas Bestandsliste auf, ehe sie fortfuhr.
      "Shiny. Einiges davon habe ich schon sehnsüchtig erwartet."

      Sie zog an ihrer Zigarette und blies eine Rauchwolke in die ungefähre Richtung der Lüftung.

      "Was unser Ziel angeht, danke ich für die Information, aber seit ich meinen Dienst auf Raumschiffen versehe, hatte ich Zeit mich an das Leben als stellares Treibgut zu gewöhnen; der Weg ist das Ziel und ich trage unterdessen dazu bei, das Schiff zusammen zu halten."
      Bei den letzten Worten flackerte einen Moment lang ein Ausdruck von Zufriedenheit über ihr Gesicht, obwohl die Erinnerung an die ein, zwei Dinge,
      mit denen sie nicht zu frieden war, dafür sorgte, dass der Moment nicht zu lange andauerte.